Saison 2018/19

Saison 2017/18

Rakete im Liebestaumel!

Kennt ihr das? Ihr habt besoffen Sex und es ist richtig geil, aber ihr kommt nicht zum Höhepunkt weil ihr total besoffen seid? So lässt sich unser letztes Punktspiel prima beschreiben. Geil gespielt und dann wegen Hallenzeitende nicht zu Ende gebracht. Unbefriedigend geil halt. Echt Enttäuschend wegen solcher formaler Engstirnigkeit ein Spiel zu verlieren.

 

  1. Satz: Enno, Amadeus, Christoph, Thomas, Marc, Capitano

Noch ein wenig unsicher was uns erwarten würde, am Ende ganz nah am Satzgewinn.

23:25

  1. Satz: Christopher, Amadeus, Christoph, Marc, Volker, Capitano

Spiel gedreht, groß aufgespielt, verdient gewonnen.

25:18

  1. Satz: Christopher, Fabian, Volker, Marc, Martin, Capitano

Spielart des Gegners bekannt und trotzdem konnten wir dessen Schwächen nicht ausreichend für uns nutzen und unsere Stärken besser ausspielen.

20:25

  1. Satz: Fabian, Amadeus, Volker, Marc, Martin, Capitano

Spiel dominiert mit deutlichem Oberwasser und konditionellen Vorteilen. Leider beim Stand von 18:15 für uns wegen Hallenzeit abgebrochen.

 

#Coitusinterruptus!

#Undhalbschwangergehtdoch! #WasduheutekannstbesorgendasverschiebenichtansHallenende!

#Ichfühlemichbenutzt!

 

Rakete mit Überraschungssieg gegen Spitzenreiter!

Mit einem starken Auftritt gegen die LE Spätstarter sichtert sich die „beste Mannschaft im Ort“ mit 3:1 (23:25; 25:20, 25:18, 25:15)  den 5. Sieg im 9. Spiel.

Mannschaftlich mit 10 motivierte Raketen angetreten, kämpften alle um eine der begehrten Positionen in der Startaufstellung. Es spielten der 15 Mio. Neuzugang Amadeus, der bereits in den letzten Trainingswochen einen sehr guten Eindruck beim Trainierteam hinterlassen hatte und diesen Vertrauensvorschuss auch im Spiel aufs Parkett brachte. Der altgediente Leistungsträger Wassi, der anscheinend sich für 2018 einiges vorgenommen hat, zeigte aus der kalten heraus das er an alte Leistungen problemlos anknüpfen kann. Unser 2,15m Mitelblocker Martin M. bekam diesmal den Vorzug vor Christoph, nutzte seine Chance und spielte erfolgreich seine Länge aus. Im Verteilen der Bälle kamen die etatmäßigen Zuspieler Marc, Thomas, Volker alle zum Zug, welche zuverlässig ihr Können ausspielten. Der Capitano als zweiter Mittelmann komplementierte die Mannschaft, welche an diesem Abend druckvoll, clever, abgebrüht und geschlossen aufspielte. Nicht zum Einsatz an diesem Abend kamen der frischgebackene Papa Fabian, der sicher enttäuschte Enno und der mannschaftsdienliche Christoph, der akzeptiert hat das ein Wechsel nur um das Wechseln willens nicht zielführend für diesen Überraschungssieg gewesen wären. Danke allen für euren Einsatz und eure Emotionen! Danke Enno für deinen Einsatz als Schiedsrichter.

Nächstes Auswärtsspiel Montag 29.01.2018 20:15 Uhr als „2. Heimspiel“ in unserer Nordarena.

Spielbericht Rakete vs. Nordvorstadt 27.10.2017

Enno außer Rand und Band.

 

Die Rakete kann doch noch zünden und gewinnen. Nach zuletzt 2 Niederlagen in der Liga und dem Aus im Pokal schließen wir die Hinrunde mit einem 3:1 (24:26; 25:18, 25:18, 25:21) Sieg gegen dezimierte 5 Nordvorstädter doch noch positiv (3 Siege, 2 Niederlagen) ab.  

Rakete, angetreten mit 9 Spielern (Thomas, Volker, Christoph, Martin M., Fabian, Enno, Marc, Stefan, Capitano) + einem Anwärter auf eine Raketenmitgliedschaft (Sven) gingen wir geschlossen in das Spiel gegen die ebenfalls montags in unserer Halle spielenden Nordvorstädter.

Den ersten Satz mussten wir gegen variable und abwehrstarke Gegner unglücklich am Ende noch abgeben, die Folgesätze spielten wir mehr oder weniger souverän mit munteren Spielerwechseln erfolgreich nach Hause.

 

Unsere Mannschaft in der Einzelkritik:

Thomas: Wenn die Annahme stabil war mit super Pässen überzeugend. (2 Sätze)

Volker: Gefühlt 3 Monate in Frankreich mit Abwesenheit geglänzt. Solider Einstand nach Trainingspause. (4 Sätze)

Marc: Erster Satz auf Außen mit Licht und Schatten, zwei Sätze als Zuspieler mit feinem Händchen und super Annahme. (3 Sätze)

Christoph: Gutes Spiel auf Mitte, unauffällig mit kleineren Fehlern im Angriff (2 Sätze)

Martin M.: Oftmals unglücklich den Ball beim Block und Angriff getroffen und trotzdem Punkte gemacht (2 Sätze)

Enno: Ein Angaben Feuerwerk vom Feinsten legt den Grundstein für den Rakete Erfolg, aber auch im Angriff verbessert. (3 Sätze)

Stefan: Wollte erst nicht kommen und macht dann ein gutes Spiel. Motivator vom Dienst. (2 Sätze)

Fabian: Hat aufgrund der Wechsel nicht sein Potential ausschöpfen können, unglücklich gelaufen. (2 Sätze)

Capitano: exceptionnel! Volker kann es übersetzen ;-) (4 Sätze)

 

Bereits am 25.10. in Wahren beginnt die Rückrunde! Lasst uns dort die Rakete weiter siegreich fliegen!

 

Wir bewahren Haltung! Auch wenn alles weh tut... (Verletzungsübersicht Volleyball von 2014)

Rakete Nord – Nordstern, 21.06.2017

 

Sagen Sie mal, Sie als Rakete, …

 

…was ist für Sie Haltung? Irgendetwas stimmt nicht mehr und keiner weiß warum. Nach herausragenden Siegen zu Saisonbeginn und dem Erreichen der Pokalfinalrunde gibt es zahlreiche Gründe für die Raketen, ein wenig Zuversicht zu versprühen und optimistisch in die Zukunft zu blicken. Und doch scheint es nach dem Abpfiff, als wäre das Gegenteil der Fall. Aber der erfahrene Edelfan weiß: Der Schein trügt!

 

Der erste Satz ist dabei noch sehr gehaltvoll. Die Raketen starteten optimistisch und selbstbewusst. Eine erste Aufschlagserie und die nicht nur vom Glanz der Rakete geblendeten Nordsterne bewirkten, dass erste Punkte auf das Konto der Rakete regneten (4-0). Diese ließen hier nur wenige Möglichkeiten aus, um die Nordsterne vor unlösbare Aufgaben zu stellen (9-6). Das Spiel nahm etwas an Fahrt auf. Die Ballwechsel wurden umkämpfter, aber die Raketen hielten sich an den Matchplan und nahmen eine konzentrierte Haltung ein. Das Resultat des guten Zusammenspiels? Der Ausbau der Führung. (12-6). Daraufhin verstärkten die Nordsterne spürbar ihre Bemühungen. Die Raketen mussten Schwächen in der eigenen Annahme ein- und gute Blockarbeit des Gegners zugestehen (13-11). Im weiteren Verlauf entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem sich die Raketen unbeeindruckt gaben. Das zeigte sich vor allem darin, dass sie mit und ohne Ball ein flexibles und kampfeslustiges Spiel präsentierten. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich (16-16), belohnten sich die Raketen mit einem erneuten Zwischenspurt (23-18). Auch wenn es nochmals spannend wurde, weil die Nordsterne zur Aufholjagd bliesen, reichte es für die Raketen zum verdienten Satzgewinn (25-23).

 

Im zweiten Satz verlor die Rakete nicht nur den Halt, sondern sogleich auch den Faden, und schwankte eher durch den Kosmos, als geradlinig ins Ziel zu fliegen. Obgleich die Raketen gut in den zweiten Satz kamen, weil sie präzise spielten, als sie Bälle hinter den Block legten oder ebendiesen zum Tusch zwangen (4-3, 8-11), kam es in dieser Phase zum zeitweisen Verlust der Haltung. Eine unglückliche Koinzidenz bewirkte diesen Umschwung. Einerseits machten die Raketen im Spiel und am Aufschlag zu viele Fehler und konnten dadurch Geschenke nicht verwerten, um sich eindrucksvoll zurückzukämpfen. Andererseits schmetterten, blockten, erkämpften sich die Nordsterne unaufhaltsam Punkt um Punkt. Es ging teilweise so schnell, dass selbst der erfahrene Chronist der Raketen mit dem Aufschreiben nicht mehr hinterher kam – der Satzverlust bleibt allerdings in den Annalen (12-25)

 

Im dritten Satz zeigte die Rakete Rückgrat und gewann deutlich an Haltung zurück. An dieser Stelle muss festgehalten werden, dass der dritte Satz dennoch verloren ging (19-25). Die Raketen zeigten zwar vieles von dem, was sie die Spiele davor stark gemacht hatte und brachten auch eine deutliche Leistungssteigerung aufs Parkett, aber die Schwächen am Aufschlag waren deutlich und verhinderten oft die Möglichkeit, eine eigene Punkteserie zu starten. So blieben die guten Aktionen in der Abwehr und am Netz ungekrönt.

 

Es ging noch einmal von vorne los. Die Haltung der Rakete ist eine lang gereifte Frucht von Erfahrungen und Gewohnheiten, sie ändert sich nicht nachhaltig von Satz zu Satz. Sie ist charakterisiert durch ein gewisses Beharrungsvermögen. Sie lenkt Denken und Handeln. Das offenbarte dann auch der vierte Satz. Unbeeindruckt ob der Ereignisse der näheren Vergangenheit entwickelte sich ein Kampf auf Augenhöhe, der sich glücklicherweise auch in Punkten niederschlug (4-4). Kraftvolle Angriffe, herausragende Abwehraktionen und gewitztes Spiel wurden nun auf beiden Seiten gezeigt, wenngleich die Aufgaben, obwohl verbessert, noch leichte Sorgen bereiteten (11-14). Der Satz blieb munter, spannend und bis zum Schluss offen (19-21). Die Waage neigte sich schließlich zugunsten der Nordsterne (21-25).

 

Die Haltung zeigt sich dort, wo sie sich bewähren muss. Die Rakete war heute etwas vom Kurs abgewichen und wurde ungehend von starken Turbulenzen erfasst. Zum Schluss hatte sie allerdings auch ihren Halt wiedergewonnen, und das ist keineswegs trivial. Richtig bleibt: Die konstantere Leistung des Gegners machte heute den Unterschied aus.

 

Halt!  Die festgehaltenen Fakten: 25-23, 12-25, 19-25, 21-25

Es spielten: Capitano, Christoph, Enno, Fabi, Frank, Mark, Stefan, Volker

 

Nicht glanzlos, unsere Rakete Nord Arena Main Entrance!

Rakete Nord – Die vom MDR, 31.05.2017

 

Rakete erreicht glanzlos Pokal-Endrunde

 

LEIPZIG, RAKETE-NORD-ARENA. Die Rakete erspielte sich in einem wenig umkämpften Match den Einzug in die Pokal-Finalrunde. Sie besiegte ihre Herausforderer deutlich in vier Sätzen mit 25-19, 24-26, 25-17, 25-17.

 

Bei schwierigen klimatischen Bedingungen eröffnete die Rakete gestärkt durch das im Liga-Alltag gewonnene Selbst­bewuss­t­sein gewohnt sicher gegen den derzeit höherklassigen Gegner. Zunächst gelang es denen vom MDR noch gegenzuhalten (4-4), aber die gute Form der Raketen machte schnell den Unterschied aus. Ohne wirklich zu glänzen, dafür allerdings mit präzisem und konsequentem Spiel am Netz, setzte sich die Rakete mühelos ab (9-5). Viele der Punkte, die in dieser Phase auf das Konto der Raketen wanderten, waren die Folge schlechter Annahmen des Gegners und des deshalb erschwerten Spiels derer vom MDR. Die Raketen blieben aufmerksam und ließen in ihren Bemühungen nicht locker (15-8). Wenig ließ den geneigten Anhänger dieses Rückschlagspiels daran zweifeln, dass der Gewinn des ersten Satzes nur noch eine Frage der Zeit war. Und tatsächlich, die Raketen spielten den Satz äußerst professionell zu Ende. Nach 19-13 blieb es unspektakulär bis zum finalen 25-19.

 

Viel hatten die Raketen noch nicht gezeigt, auch weil sie nicht mussten. Im zweiten Satz sollte das nicht reichen. Hohe Temperaturen und  ein weiterhin einschläferndes Spiel erhöhten die Fehlerquote im Aufschlag, der so oft das Rückgrat im Spiel der Raketen darstellt. Gleichzeitig steigerten sich die vom MDR und wehrten sich nach Leibeskräften gegen die Angriffs­bemühungen der Raketen. Folgerichtig blieb dieser Satz insgesamt ausgeglichen. Nach einem anfänglich erarbeiteten Vorsprung, der das Resultat guter Block- und feinfühliger Angriffsarbeit darstellte (7-3), taten sich die Raketen unnötig schwer. Ihr Spiel wurde ungenauer und verlagerte sich vom Netz in den hinteren Teil des Feldes (9-10). Daraufhin wechselte der Punktgewinn ständig, sodass sich keines der Teams absetzen konnte (15-15, 20-20). In der entscheidenden Phase erlaubten sich erst die Raketen zu viele Fehler, die die vom MDR aufbauten (20-22), dann machten die vom MDR es nochmals spannend (23-22), um schließlich das bessere Ende zu erwischen. Der Satz ging für die Raketen verloren (24-26).

 

Im dritten Spielabschnitt präsentierten sich die Raketen nun wieder souveräner. Verbessert in der Absprache und am Aufschlag ergab sich eine deutliche Führung, die bis zum Ende des Satzes verteidigt und sogar ausgebaut wurde (5-1). Die Raketen forcierten nun stetig ihre An­strengungen, den Satz zu gewinnen, Anstrengungen, die sich auch auszahlten (11-7). In der Mitte des Satzes blieb denen vom MDR nur, zu reagieren und auf Fehler der Hausherren zu hoffen – vergeblich, wie sich zeigte (19-14). Die Raketen taten wenig, um das Spiel attraktiver zu gestalten. Vielmehr entschieden sie sich dafür, einfach fokussiert die notwendigen Punkte zu erzielen und nichts anbrennen zu lassen. Das zeigte sich darin, dass die vom MDR kaum noch durch den Block kamen und wenn doch, der Angriff zu lang geriet (25-17).

 

In Satz vier zeigte sich ein ähnliches Spiel. Die Raketen hatten keinen Grund, Änderungen vorzunehmen und denen vom MDR fehlten zunehmend die Ideen (7-5). Schnell setzten sich die Raketen auch in diesem vierten Abschnitt ab. Garanten dafür waren ein weiter verbessertes Spiel am Netz und eine aufmerksame Abwehr (14-9). So wenig spektakulär, wie das Spiel begann und sich auch seinem gesamten Verlauf zeigte, so unspektakulär endete es auch (25-17).

 

Es bleibt festzustellen, dass die Raketen mit doch recht kräfte- und nervenschonendem Spiel in der Finalrunde stehen und dort auf den nächsten Kontrahenten warten.

 

Die Fakten zum Endrundeneinzug: 25-19, 24-26, 25-17, 25-17

Es spielten: Capitano, Enno, Frank, Mark, Martin M. Martin S., Stefan, Volker, Wassi

 

Rakete Nord - TSV Lausbuben II, 10.05.2017

 

Fünf Dinge, die man über die Rakete wissen muss

 

Nach längerer Pause meldet sich der Chronist heute mit einer Episode aus unserer allseits beliebten Rubrik

„Die Welt erklärt in zehn Minuten“, diesmal mit fünf Dingen, die man über die Rakete wissen muss.

 

Ding 1: Die Rakete ist mehrfacher Preisträger als beliebtester Gastgeber der Staffel B.

Der erste Spielabschnitt zeigt dieses erste Ding exemplarisch. Die Raketen bereiteten den Lausbuben in nahezu voller Mannschaftsstärke einen stürmischen Empfang. Von Beginn an ist die Nervosität als siebter Mann mit auf dem Feld und dementsprechend fahrig wirkt das Spiel der Raketen (2-4). Mit Mühe gelingt es den Raketen sich dennoch, am Netz konkurrenzfähig zu zeigen. Das spiegelt sich vor allem in starken Angriffen wider, die den Raketen auch Sicherheit und Punkte auf der Anzeigetafel bringen (8-9). Im Aufschlag allerdings fehlte in dieser Phase die notwendige Präzision, sodass die Lausbuben leichteres Spiel hatten und davonzogen (12-16). Nach besseren Aktionen, die auch das Punktekonto aufbesserten (16-18), ließen die Raketen die erforderliche Absprache auf ihren 81qm vermissen und konnten sich somit auch nicht mehr der stabiler aufspielenden Lausbuben erwähren. Etwas zu schnell ging somit der erste Satz an die Gäste (19-25), ein Gastgeschenk zwar, aber ohne Schleifchen.

 

Ding 2: Die Rakete erfand einstmals den Teambegriff.

Es musste sich etwas ändern, damit die Erfolgsaussichten für den zweiten Satz besser stünden. Aus diesem Grund griff die Rakete zu drastischen Maßnahmen und würfelte die Mannschaftsaufstellung nochmals komplett durcheinander. In neuer Besetzung löste sich die anfängliche Verkrampfung und der zählbare Lohn war eine solide erspielte Führung (4-2). Nun zeigte sich die Rakete auch verbessert an der Aufgabe und ebendas führte dazu, dass die Räder der einzelnen Ballwechselphasen besser ineinander griffen (10-3). Die Raketen spielten nicht immer hochklassig, waren aber auf dem Feld wesentlich präsenter als zuvor und gewannen auf diese Weise auch moralisch wichtige Punkte, die sich aus längeren Ballstafetten ergaben (12-7). Wie als würden die Lausbuben ein letztes Mal zur Aufholjagd blasen, verkürzten sie in rascher Folge den Abstand. Dabei nutzten sie geschickt jeden zur Verfügung stehenden Zentimeter gültiger Hallenfläche und spielten zunehmend ihre Größenvorteile aus (14-13). Diese Hochphase kam jedoch zeitlich zu spät, denn die Raketen stellten sich zunehmend besser ein. Das Wechseln der Angriffsstrategie von harten Schlägen, die doch nur allzu oft retourniert wurden, hin zu kurzen und gezielten Bällen, überraschte nicht nur die steif wirkenden Lausbuben, sondern brachte auch erfrischend schnelle Punkte (18-14). Die verbliebene Resthoffnung, sofern vorhanden, machten die Raketen in brandgefährlichen Blockaktionen zunichte. Je kraftvoller die Lausbuben angriffen, desto schneller landete das Spielgerät in ihrem eigenen Feld (21-17). Das Resultat waren auch hier schnelle Punkte und ein motivierender Satzgewinn (25-17).

 

Ding 3:  Die Rakete kann nicht nur den Gegner, sondern auch sich selbst ratlos zurücklassen

 

Im dritten Abschnitt zeigte sich im Wesentlichen dasselbe Bild wie im vorangegangenen Satz. Weder Personal noch Strategie wurden verändert, letztere allenfalls ausgefeilter (5-3). Es gesellten sich weltklasse Aktionen am Netz, in der Abwehr und auch im Angriff hinzu. Die Lausbuben erhöhten die Fehlerquote in dem Maße, in dem die Raketen den Druck erhöhten (12-7). Harte Arbeit und unbedingter Wille erzwangen schließlich das Glück, das der Tüchtige beanspruchen darf (15-8). Die Lausbuben fanden nicht richtig in diesen Satz und die Raketen ließen nicht locker. Fehler geschahen freilich auch in den Reihen der Raketen, konnten aber, auch dank des Vorsprungs im Rücken, besser kompensiert werden (18-14). Beim Stand von 22-15 und dem Satzende vor Augen ergriffen die Lausbuben doch noch ihre Chance. Eine letzte lange Serie, die den Raketen zu lange Kopfzerbrechen bereitete, ließ den Satz wieder offen erscheinen (24-21). Es stellte sich jedoch heraus, dass die Raketen sich bereits ein ausreichend großes Polster angefressen hatten, sodass sie genügend Zeit zur Verfügung zu hatten, um eine finale Antwort zu finden und zu geben… und sie gaben sie (25-23)!

 

Ding 4: Die Rakete kann auch gönnen können.

 

Es ging in das vierte Teilstück und hier zeigten sich nun die Lausbuben gewillter, das Blatt zu wenden. Sie hielten verstärkt gegen die Bemühungen der Raketen, zum Punkt zu kommen. Das erste Drittel blieb hier ausgeglichen (6-7). In der Folge waren die Lausbuben durchschlagskräftiger und standen besser zum Ball, sodass sie die Raketen immer mehr in die Defensive drängten (8-11). Gerade weil es oft nur Kleinigkeiten waren, die es den Raketen schwer bis unmöglich machten,

die Punktebilanz aufzupolieren, stimmten die Parameter auf dem Feld und auf dem erweiterten Feld mit Sitzgelegenheit (9-14). Die Raketen schafften es nicht mehr, in den Satz zurückzukommen. Abstände von vier bis sechs Punkten zum Gegner wechselten sich ab, hatten aber denselben Effekt. Entsprechend unspektakulär endete dann auch der Satz (19-25).

 

Ding 5: Die Rakete kennt alle Tricks.

 

Die vollautomatische und unbestechliche Uhr zeigte 21:32 Uhr, als es in das Finale ging. Die Rakete stockte das Feld-Team abermals mit frischem Personal auf. Die ersten beiden Punkte, die die Rakete in Satz 5 abgeben musste (0-2), blieben im weiteren Verlauf eine echte Rarität. Zunächst wendeten die Raketen das Blatt dank einer starken Aufschlagserie in Verbindung mit gnadenlos-wuchtigen Angriffen eines Rakete-Jokers, die keine Zeit zum Nachdenken ließen (6-2). Daraufhin zeigten sich die Lausbuben ob dieser Wendung des Spielverlaufs etwas verunsichert und schafften es nicht, das Spielgerät bei den Raketen zu versenken (8-4), bevor abschließend eine weitere glänzende Aufschlagserie, diesmal des Rakete-Jokers, die restlichen Punkte sicherte (15-4). Gegen 21:42 standen sich die Parteien zum Händeschütteln am Netz gegenüber. Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, was die Raketen wussten, die Lausbuben aber erst lernen mussten: Man kann einen Joker erst dann aus dem Ärmel ziehen, wenn man vorher einen hineingesteckt hat. Insofern war die perfekte Vorbereitung diesmal der halbe Sieg.

 

Das Faktenwissen: 19-25, 25-17, 25-23, 19-25, 15-4

Es spielten: Capitano, Christoph, Enno, Fabi, Frank, Marky Martin, Martin M., Thomas, Volker, Wassi

TSV Wahren – Rakete Nord, 24.04.2017

 

Eine Erfolgsgeschichte

 

Aufgrund zahlreicher Anfragen und Bitten, die uns von nah und fern erreichten, und wegen der der äußerst positiven Reaktionen auf unseren letzten Beitrag zu den „Leipziger Gesprächen“, setzen wir diese lose Reihe endlich fort, heute zum Thema „Facetten des Erfolges“. Wir freuen uns, dass wir dazu den Erfolgsexperten Max Mustermann für einen Vortrag gewinnen konnten. Ich darf Herrn Mustermann auf die Bühne bitten und ihm das Wort übergeben.

 

Gespannter Applaus aus der Zuhörerschaft begleitet Herrn Mustermann, als er sich energischen Schrittes dem Pult am Bühnenrand nähert. "Was ist Erfolg?" schrie er etwas zu schrill in den Saal ohne viele Worte zu verlieren. "Ist das Erfolg?" fragte er wissend, knallte einen Stapel Bücher auf den Tisch und erwartete keine Antwort. „Nein!“, übernahm er die Auflösung der Frage höchstselbst. Er hob beide Arme als wolle er einer übergeordneten Macht huldigen. „Das… ist Erfolg!“, verkündete er geheimnisvoll, zeigte auf die weiße Wand hinter sich und gab ein unauffälliges Zeichen, woraufhin das Licht langsam gedimmt wurde. Aus dem hinteren Teil des Saales wurde ein Film auf die Leinwand projiziert. Spielszenen eines Spitzenteams des Volleyballsports fesselten das Publikum. Kundigen Kennern der Szene war sofort klar, dass es sich um die Raketen aus dem Norden handeln musste. Schüchternes Gemurmel im Saal. Ein Schriftzug legte sich über die Szenen: „In drei Etappen zum sicheren Erfolg.“ Umblende und sogleich tauchten die Zuschauer in eine Erfolgsgeschichte ein.

 

Das Publikum sah, wie die ersten schnellen Spielzüge die ersten schnellen Punkte brachten, die ohne große Mühe durch Fehler des Gegners erzielt wurden (3-2). Nach den weiteren Punkten, die ausgespielt wurden, blieb dem Betrachter nicht verborgen, dass die Raketen zu hektisch agierten und dass es noch an der Feinabstimmung fehlte. Erfolg braucht gute Vorbereitung. Das hieß nicht, dass die Raketen kein Konzept hatten. Intensive Vorbereitung im spielerischen und konditionellen Bereich zahlte sich aus, denn die Raketen vertrauten einerseits erfolgreich auf verinnerlichte Spielzüge, die zwar unspektakulär daherkamen, aber Punkte einbrachten und andererseits wurden Fehler durch gute Laufarbeit ausgeglichen (9-6). Leider gelang es in dieser Phase nicht, den nötigen Druck aufzubauen und Sicherheit im Spiel zu gewinnen. Die Gastgeber kämpften sich mit einer Aufschlagserie wieder heran (11-11). Erfolg braucht Geduld. In der Folge blieb das Spiel ausgeglichen (14-14). Die Raketen taten etwas mehr fürs Spiel, aber es fehlte zu oft der entscheidende Punch im Abschluss, sodass der Aufwand noch nicht in einer erneuten Führung sichtbar wurde (18-18). Die Raketen spielten unbeeindruckt von dieser Tatsache weiter geduldig und warteten auf ihre Chance, die sich schließlich auch ergab. Explosionen am Aufschlag (20-19) und auf dem Feld der Raketen brachten die Wende und erzwangen den ersten Teilerfolg (25-20).

 

Die Satzpause wurde nicht zum Ausruhen genutzt. Vielmehr versammelte sich die gesamte Mannschaft im allseits lieb gewonnen  Kraftkreis zur Vorbereitung auf den zweiten Spielabschnitt. Dieser begann dann auch ähnlich wie der erste. Mit dem Ziel, die im ersten Satz gemachten Fehler zu minimieren, fuhr die Rakete die ersten Punkte ein (2-0). Erfolg braucht Fokussierung. In der Folge tat die Rakete alles für den Erfolg. So steigerte sie die Aufschlagquote, baute mehrere Wände hinters Netz und stimmte sich auf dem Feld noch besser ab. Das Resultat war beeindruckend. Im Aufschlagwirbel und Angriffshagel regnete es Punkt um Punkt (9-2). Die Gäste hatten Mühe, sich wieder in das Spiel zurückzukämpfen (11-7). Erfolg braucht Mut. Edelfans wissen, dass auch ein großer Vorsprung dahin schmelzen kann, aber die Rakete kann auch anders. Spielfreude, das Wagnis auch einmal unkonventionell und spektakulär zu spielen sowie das Einkalkulieren kleinerer Rückschläge ließen heute keine Zweifel am erfolgreichen Ende des zweiten Satzes zu (18-11). Das Ende des zweiten Teilstücks gestaltete sich wieder ausgeglichener (22-16). Schließlich geschah nichts Außer­gewöhnliches mehr und es blieb beim zuvor erarbeiteten Vorsprung (25-19).

 

Wieder Kraftkreis und wieder das Setzen neuer Ziele. Erfolg braucht ein starkes Team im Rücken. Während die Raketen auf dem Feld alles für den Erfolg taten, müssen unbedingt die Raketen im Hintergrund erwähnt werden, die durch gnadenloses Antreiben, kritische Beobachtung und aufmunternde Worte ebenfalls alles für den Erfolg taten und folglich maßgeblich dazu beitrugen. Erfolg braucht Vertrauen in die Stärken. Zu Beginn des letzten Abschnittes schalteten die Raketen etwas zurück. Zwar gelang es ihnen trotz mehrerer leichter Fehler ein Übergewicht auf dem Punktekonto zu erzielen, aber die Sicherheit des zweiten Satzes konnte nicht ganz erreicht werden (5-4). Immerhin blitzte das Temperament der Raketen phasenweise durch. Gelungene Kombinationen am Netz mal mit gefühlvollem und dann wieder mit wuchtigem, auf jeden Fall überraschendem Abschluss brachten die Raketen weiter nach vorne (9-4). Der Gegner versuchte noch einmal dagegenzuhalten und kämpfte sich mit gutem Stellungsspiel und besserer Abwehr wieder heran (11-9). Die Raketen blieben im Anschluss bei ausgeglichenem Spiel leicht im Vorteil (15-14). Erfolg braucht bedingungslosen Einsatz. Die Höhepunkte wurden seltener. Aufschlagfehler des Gegners und Unkonzentriert­heiten der Raketen schafften eine meditative Atmosphäre, bis sich die Rakete durch herausragenden Einsatz in der Feldabwehr selbst aus der Lethargie riss (22-18) und dem staunenden Gegner nichts blieb, als seine Niederlage mit einem Aufschlagfehler zu besiegeln (25-19).

 

(Fortsetzung folgt…)

 

Die Fakten der Erfolgsgeschichte: 25-20, 25-19, 25-19

Es spielten: Capitano, Wassi, Thomas, Fabi, Christoph und Volker

 

Saison 2016/17

Rakete Nord – TSV Wahren, 02.02.2017

 

Ach, nichts!

 

Ein berühmter Tagebucheintrag von Ludwig XIV., König von Frankreich, lautet schlicht: „Nichts!“. Scheint ein guter Tag gewesen zu sein, oder? Keine Nachrichten sind gute Nachrichten, heute mindestens ebenso wie vor über zwei Jahrhunderten, weil Nachrichten zumeist schlechte Nachrichten sind.

 

Selbstverständlich waren gute Nachrichten in dieser Saison jedenfalls nicht, zumindest nicht bei der Rakete. Umso erleichtert sind die Raketen, wenn ein gutes Spiel erfolgreich endet. Ein solches fand unter den Blicken zahlreicher Edelfans neulich in der Rakete-Nord-Arena statt.

 

Die Raketen zeigten sich an jenem Abend siegeshungrig und voller Spielfreude. Dass sie sich im ersten Satz bereits nach wenigen Minuten absetzen konnten, spielte ihrer Taktik in die Hände und war vor allem einer bemerkenswerten Aufgabenserie zu verdanken, bei der den Gästen aus Wahren fast schwindelig wurde (5-0). Im Anschluss bot die Rakete den Gästen gut Paroli. Die teaminternen Absprachen gingen vollends auf und beraubten den Gegner guter Angriffschancen. Am Netz war für diesen kaum ein vorbeikommen und falls doch, waren die Bälle derart entschärft, dass es den Raketen möglich wurde, einen eigenen guten Angriff aufzubauen und zu vollenden (16-7). Die Spannung schien aus dem Satz zu sein, aber Kenner des gepflegten Rückschlagspiels wissen, dass die Rakete einiges möglich machen kann. In diesem Fall wartete die Rakete einfach auf die Fehler der Gäste, die nicht zuletzt durch variables Spiel auch erzwungen wurden (20-11). Eine gute Aufschlagserie, aufmerksame Raketen im Hinterfeld und weiterhin hungrige Raketen am Netz ließen den Gästen im Finale des ersten Satzes keine Zeit zum Atemholen (25-11).

 

Der zweite Satz startete etwas nervöser. Dass es einige Unstimmigkeiten des Gegners hinsichtlich regelwidriger Aktionen seitens der Raketen am Netz gab, zeigte erstens die Spuren, die der erste Satz bei den Wahrenern hinterließ und wurde zweitens vom weltklasse Schiedsrichtergespann in gewohnt ruhiger Manier ausgeräumt. Dennoch blieben die Raketen ihrer Linie treu, auch wenn die Spielzüge länger wurden und einiges mehr an Einsatz abverlangten. Der Lohn war eine kleine Führung (6-3). In der Folge verloren die Raketen an Leichtigkeit, was sich auch darin zeigte, dass Angriffe vermehrt das Ziel verfehlten, kraftloser waren oder im Block hängen blieben (8-8). Die Raketen mühten sich mehr oder weniger erfolgreich nach Kräften (11-11). Im Gegenzug verstärkten die Gäste ihre Bemühungen am Netz. In Verbindung mit erhöhter Laufbereitschaft in der Abwehr machten sie es den Raketen zunehmend schwerer (11-18). Die Raketen fanden in dieser Phase wenig Lösungen und noch weniger punktebringende (12-22). Vielleicht lag es auch daran, dass die Konzentration auf den nächsten Satz gelegt wurde (14-25).

 

Nach kurzer Analyse des zweiten Spielabschnittes und der damit einhergehenden Aufdeckung von Verbesserungspotentialen startete der dritte Satz als wäre „Nichts!“ geschehen mit Raketen, die an den Sieg glaubten. Wieder sind die Raketen am Aufschlag und wieder nehmen sie den Gästen damit jede Gelegenheit, ins Spiel zu kommen (5-0). Besser noch: Die Raketen spielten sich in einen Rausch (12-4). Gewitzt am Netz, genial in der Feldabwehr und insgesamt ausdauernd in den Aktionen gelang es den Raketen, den Wahrenern die Lust am Spiel zu nehmen, was sich in zahlreichen Fehlern zeigte und auf dem Konto der Raketen niederschlug (18-8). Man fasste es nicht, die Fans waren sprachlos und der Gegner überfordert, aber die Raketen zogen nochmals an. Netzaktionen näherten sich dem Prädikat „weltklasse“ (23-11). Die Wahrener hatten den Widerstand längst aufgegeben (25-14).

 

Und zu Beginn des vierten Satzes schien es wieder, als wäre „Nichts!“ geschehen. Die Gäste zeigten sich stabilisierter und die Raketen nahmen ein wenig an Schwung aus den Aktionen. Das reichte zweifellos, um mitzuhalten (6-4), allein die fehlende Spannung in den Aktionen und  die sinkende Anzahl zwingender Abschlüsse brachten die Gäste in Front (10-13). Die Zeit des Schönspielens war vorbei. Und die Raketen mussten eine weitere Stärke in die Wagschale werfen, nämlich die des unkonventionellen Kampfspieles, die phasenweise selbst die eigene Crew überrascht zurücklässt. Ebendiese Stärke bewirkte einen Rhythmuswechsel und ließ den Gästen Zeit zum Nachdenken (14-17). Langsam aber stetig und gerade noch rechtzeitig robbten sich die Raketen heran (17-19, 21-22) und übernahmen mit verstärkt druckvollen Aufgaben sogar wieder die Führung (24-22). Im großen Finale wurde noch einmal alles aufgeboten, was das Volleyballherz, zumindest das der Zuschauer, höher schlagen lässt. Zunächst ist kein Durchkommen für die Raketen am Netz (24-25), anschließend entwickelt sich ein unerbittlicher Kampf mit guten und schlechteren Aktionen auf beiden Seiten (27-27), bevor die Raketen einen perfekten Angriff im gegnerischen Feld unterbringen und die Gäste den letzten Schlag neben das Feld setzen (29-27).

 

Die Gäste aus Wahren kamen mit dem Ziel, die Raketen im Duell zu besiegen. Aber war etwas geschehen? Nichts! Vielleicht dachte Ludwig XIV. damals so ähnlich. Er schrieb jenes „Nichts!“ am 14.Juli 1789, als nebenan in Paris eine Menge wütender Sansculotten die Bastille stürmte. Es war in seinem Fall einer der letzten Einträge. Aber keine Angst, das kann für die Chronik der stolzen Rakete kategorisch ausgeschlossen werden. Zwar verabschiedet der Chronist sich in einen Kurzurlaub und gönnt der Feder eine Pause, während die Raketen ins Kraft-und-Ausdauer-Trainingslager nach Davos fliegen, aber zum Saisonauftakt meldet er sich mit mehr als „Nichts!“ und sicherlich spannenden Geschichten wieder zurück. Nichts leichter als das!

 

Die Fakten aus dem „Nichts!“: 25-11, 14-25, 25-14, 29-27

Es spielten: Capitano, Martin S., Martin M., Wassi, Stefan, Enno, Frank Thomas und Volker

 

 

Dreiskau-Muckern - Rakete Nord, 20.01.2017

 

Von einer Rakete, die auszog, das Fürchten zu lernen

 

Eine Rakete hatte Crew-Mitglieder, von denen der eine klüger und gescheiter war als der andere und die sich in allem wohl zu schicken wussten. Auch wenn die Konkurrenz in ihren Heimatort kam, um ein Duell zu wagen, bei dem einem die Haut schaudert, so sprachen die Zuschauer manchmal: „Ach, ich fürchte mich!“ Die Rakete hörte es mit an, und konnte nicht begreifen, was es heißen sollte.

Nun geschah es, dass die Rakete eines Tages ihre Zwerge und eine Elfe einsammelte, auf die große Landstraße hinausging, um das Raketenland zu verlassen und in das Land der Riesen namens Dreiskau-Muckern zu gelangen.

 

Ohne Furcht, denn die war unbekannt im Raketenland und konnte auch durch die musikalische Untermalung nicht geschürt werden, starteten die tapferen Raketen den ersten Satz. Gleich zu Beginn gelang es den Riesen ihre Vorteile auszuspielen und schnelle Punkte zu erzielen (1-3). Allein den Raketen gruselte nicht. Sie blieben unbeeindruckt und spielten auf höchstem Niveau. Abwechslungsreiche und gut durchdachte Aktionen am Netz deckten die Unbeweglichkeit der kräftigen Hochwüchsigen auf und brachten die Raketen in Führung (6-3). Immer wieder jedoch konnten sich die Riesen auf ihre Durchschlagskraft verlassen, wenngleich nicht immer der erste Versuch den Punkt bescherte, denn die Raketen wussten sich zu wehren (9-6). Die Raketen hielten dagegen, verteidigten mit Mut und perfekter Kommunikation das Feld so gut sie nur konnten. Das führte dazu, dass sie ihrerseits am Netz nicht entscheidend diktieren konnten, allerdings machte der Gegner auch Fehler, sodass das Spiel zunächst ausgeglichen blieb (11-11, 14-14). So erfolgreich die Riesen am Netz waren, so weniger riesig war ihre Abwehr. Es gelang den Zwergen und der Elfe diese Schwäche  auszunutzen und auf diese Weise schnelle Punkte unter weniger Krafteinsatz zu erzielen (18-15). Getrieben vom Selbstvertrauen und der Gewissheit, dass den Riesen  nicht alles gelang, erzielten die Raketen mit Witz und Fortune weitere wichtige Punkte (24-22). Allein der letzte Punkt wollte sich nicht ergeben. Es war wie verhext: Einmal verschätzt, einmal eine Schwäche in der Abwehr, einmal Pech und ein nicht zu parierender Angriff und die Raketen waren um den märchenhaften Erfolg gebracht (24-26). Das war wahrlich nicht zum Fürchten!

 

Im zweiten Satz misslang der Start gewaltig. Die Riesen wuchsen über sich hinaus und steigerten ihre Quote am Netz. Den Zwergen und der Elfe blieb nur das Nachsehen, wohl auch weil sie keinen Ball richtig zu fassen bekamen. Es ergab sich schnell ein Riesenrückstand (3-9). Furcht? Keine Spur. Vielleicht etwas entmutigt, aber stets kampfeslustig. Auch die Raketen hatten Vorteil und versuchten diese wieder verstärkt in die Wagschale zu werfen. Die guten Aufschläge und die brillanten Netzaktionen gehörten dazu. Es ist richtig, dass die Angriffsschläge bei weitem nicht so wuchtig waren wie die des Gegners, dafür aber äußerst abwechslungsreich und gewitzt. Die Zwerge und die Elfe wuselten sich folgerichtig wieder heran und ließen sich nicht abschütteln (11-11). Am Ende dieses Spielabschnittes setzte sich jedoch die Wuchtigkeit der Riesen durch. Es waren wohl der zunehmende Aufwand, der bei den Raketen eingesetzt werden musste, um einzelne Punkte zu erzielen oder auch nicht, und die dazu im Kontrast stehenden schnellen Punkte der Riesen, die den Raketen den Erfolg verwehrten. Auch ein Wechsel unter den Zwergen mit dem Ziel, die Größenvorteile des Gegners zu relativieren, half nur bedingt (13-21). In der hektischeren Endphase änderte sich das Bild nicht mehr (16-25). Von Furcht indes war auch jetzt keine Spur!

 

Der dritte Satz begann nun wieder etwas besser. Zwar setzte es zunächst wieder zwei Bomben, aber die Raketen agierten zu diesem Zeitpunkt entspannt und souverän. Sie versteckten sich nicht, sondern erwarteten hoffnungsfroh ihre Chancen. Mit Auge in der Abwehr und im Angriff sowie Beweglichkeit auf dem Feld entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel (2-3, 6-7). Der Umstand, dass bei den Zwergen und der Elfe die Kräfte und damit die Präzision zunehmend schwanden und in letzter Konsequenz die Fehlerquote stieg, die durchtrainierten Riesen zur gleichen Zeit aber kaum nachließen und ihre Punkte weiter erzielten und somit ihre Schwächen besser kompensieren konnten, dieser Umstand also führte dazu, dass die Raketen den Anschluss verloren (9-16). Die Raketen verlegten sich auf einfache Spielzüge und sichere Varianten, um die Riesen zu Fehlern zu bewegen, allein der Abstand war bereits unaufholbar angewachsen (14-20). Die Raketen verloren schließlich auch den dritten Satz (14-25).

 

Ja, die Crew der Rakete war an das Ende der Welt ausgezogen, einen Sieg einzufahren und hat es leider nicht geschafft. Gleichfalls nicht geschafft hat sie aber auch, zu lernen, wie man sich fürchtet, sodass sie furchtlos wieder ins Raketenland zurückkehrten. Und wenn sie nicht entmutigt sind, dann siegen sie morgen wieder!

 

 

Die überlieferten Fakten aus dem Land der Riesen: 24-26, 16-25, 14-25

Es spielten die Zwerge Capitano, Fabi, Enno, Martin, Wassi, Stefan und Volker sowie die Elfe Conzi

 

Rakete Nord versus BSV Südsüdost

Advent Advent, die Hütte brennt!

 

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Nun zurück zu den Ereignissen vom Mittwoch. Rakete gewinnt gegen den Tabellenletzten BSV Südsüdost mit 3:0 (-17/-26-20). Es folgt eine subjektive Spielanalyse, welche alle Volleyballbinsenweisheiten beinhalten wird die mir gerade einfallen.

  1. Die Annahme ist das wichtigste Element im Volleyball, auf dem alles aufbaut. Beispiel: Unser Gegner. Eine Mannschaft mit guten Aufschlägen, variablen Zuspiel und starken Angreifern in ihren Reihen. Aber schlechter Annahmeleistung, deshalb verlieren sie das Spiel.
  2. Der Aufschlag ist das erste Element mit dem man den Gegner unter Druck setzen kann, damit er sein Spiel nicht aufziehen kann. Beispiel: Wir machen kaum Aufschlagfehler und schaffen es mit unserem Service mehr Druck zu entwickeln als der Gegner.
  3. Lösungen im Angriff finden, wenn der Pass mal nicht steht oder der gegnerische Block unüberwindbar scheint. Grundsätzlich gilt in der Halle, immer volles Rohr im Angriff. Davon bin ich ein großer Freund. Aber nur nach der Devise: erst Kontrolle dann Kraft und immer eine Option zum Legen im Hinterkopf abrufen zu können.
  4. Block und Feldabwehr haben wir noch viel Luft nach oben obwohl wir im Spiel echt viel rausgekratzt haben.
  5. Zuspiel Ist die schwerste Position überhaupt das sollte uns immer bewusst sein.
  6. Teamgeist War absolut geil mit euch zu spielen! Die Hütte bebte!

Es spielten: Volker, Thomas, Enno, Stefan, Martin S., Fabian, Christoph, Conzi & Capitano

 

 

Rakete zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Rakete Nord – Teleprompter, 09.11. 2016

 

Lebt denn die alte Rakete noch?

 

Der Rakete geht’s nicht gut, geht’s ganz und gar nicht gut,
der Rakete geht’s nicht gut, ihr Triebwerk scheint kaputt.
Das Siegen fällt ihr schwer, das Siegen fällt ihr schwer,
das Siegen fällt ihr schwer und das plagt sie doch sehr.

 

Weil 's der Rakete so schlecht grad geht

Fragt’s sich ob ein wenig Hoffnung noch besteht:

 

Lebt denn die alte Ra-kete noch, Ra-kete Nord, Ra-kete noch,

lebt denn die alte Ra-kete noch, Ra-ke-te noch?

 

Um die Antwort auf diese Frage zu erhalten, müssen wir etwas in die Zukunft schauen, genauer an das Ende der heutigen Begegnung. Wir schreiben 21:40 Uhr und sehen 10 Raketen, die erleichtert und erschöpft den Gegnern am Netz die Hände schütteln. …Fanfare und Konfetti…:

…ja-a, sie lebt noch, sie schwebt noch, sie lebt noch,

ja-a, sie lebt noch, sie lebt noch, stürzt nicht!

 

Erleichterung allenthalben. In den zwei Stunden vor dieser erkenntnisbringenden Begebenheit geschah folgendes:

 

Der Start in die Partie gegen die Teleprompter gelang außergewöhnlich gut. Durch konzentriertes und druckvolles Spiel am Aufschlag und im Angriff setzte sich die Rakete blitzartig deutlich ab (6-1). Obwohl die spielerische Überlegenheit in dieser Anhäufung nachfolgend nicht mehr zu beobachten war, behielt die Rakete ihren Vortrieb, der sich besonders aus überlegten Aktionen und druckvollen Aufgaben speiste (9-4). Leider ging es im Mittelteil des ersten Satzes aus Sicht der Raketen wieder einmal viel zu schnell. Es stellten sich Fehler im Spielaufbau und im Zuspiel ein, die es ihnen unmöglich machten, ihre Stärken in die Wagschale zu werfen. Die Teleprompter kamen mit minimalem Aufwand zum unerwarteten Ausgleich (15-15). In der Folge wurde es auf Seiten der Raketen zu hektisch und verkrampft. Fast folgerichtig wurde das Satzfinale spannend. Dass die Raketen nicht zuletzt durch unermüdlichen Einsatz alles versuchte, um rechtzeitig Oberwasser zu gewinnen, und den Ausgang des Satzes zumindest das Zählbare betreffend zunächst auch offen hielt (19-19), bleibt eine bedeutungslose Randbemerkung, denn am Ende fehlte der notwendige Zugriff. Die Raketen standen mit leeren Händen da (20-25).

 

Edelfans des berühmten Weltraum-Flugkörpers hofften auf eine wütende Reaktion und die Stärke, erst mit dem allerletzten Ball aufzugeben. Sie wurden nicht enttäuscht. Die Rakete wechselte munter durch und begegnete dem zweiten Satz mit neuem Mut. Insgesamt zeigte sich dieser Spielabschnitt ausgeglichener als der vorangegangene. Die Raketen agierten zwar weiterhin ein wenig überhastet, aber niemals überfordert. Nach ständigem Wechsel des Aufschlagrechtes und vielen kurzen und gelungenen Aktionen auf beiden Seiten konnte sich kein Team positiv hervortun (6-6). Die Raketen spielten weiter beständig gut, wenngleich nicht immer fehlerfrei. Die Tatsache, dass einige Patzer noch während desselben Spielzugs wettgemacht werden konnten, brachte, in Kombination mit nicht zu parierenden Angriffen, die Raketen in eine aussichtsreiche Position (14-9). Leider wurde diese daraufhin sofort wieder verspielt, auch weil die Raketen in dieser Phase zu viele Schwierigkeiten in der Annahme zeigten (14-14). Die Endphase war davon geprägt, dass keines der Teams zu viel Risiko eingehen wollte. So blieb es ausgeglichen bis ins Satzfinale (21-21). Hier nun packte die Rakete wieder druckvoller am Netz zu und ließ „Die vom MDR“ in die Röhre schauen. Satzausgleich (25-22).

 

Ohne Wechsel im Personal, aber auch ohne Schwung, ging es in den dritten Satz. Die Abtastphase dauerte bis zum Stand von 7-7. Es wurde mehr reagiert als selbst die Initiative zu ergreifen. Irgendwie trug der Satzausgleich auch nicht dazu bei, Sicherheit zu gewinnen. In letzter Konsequenz erhöhte sich die Fehlerquote und die Rakete verschlief den größten Teil der Mittelphase (8-13). Viel ging eigentlich nur beim MDR (12-18). Schade, dass es für herausragende Aktionen in Abwehr und Angriff, die man durchaus bei den Raketen bestaunen konnte, immer dieselbe Punktzahl auf der Anzeigetafel gibt. Und trotzdem zahlten sie sich aus, denn die Raketen schöpften nochmals Mut, und wehrten sich schließlich erfolgreich (15-18). Mit jedem Punkt waren die Raketen, sowohl auf dem Feld als auch auf der Bank, noch bereiter, alles aus sich herauszuholen und erreichten mit harter Arbeit in der Abwehr sowie Auge und Präzision im Angriff noch vor Ablauf des Satzes den verdienten Ausgleich (23-23). Den verdienten Sieg erreichte sie jedoch nicht (23-25).

 

Ja, das war ein Rückschlag, aber nicht das Ende. Die Raketen sammelten sich abermals, leckten die Wunden und beratschlagten ausgiebig, wie es im vierten Satz weitergehen sollte. Jedes Körnchen Kraft und Energie wurde für die bevorstehende Aufgabe gebraucht, das war klar. Und tatsächlich, die Rakete kann es noch und zeigte es im rechten Moment. Nach ausgeglichenem Beginn (5-5) spielte sich die Rakete in einen Rausch und gab ihrem Spiel eine ganz neue Dynamik. Es gelang fast alles und wohl auch deshalb zogen die Raketen endlich ihr gewohnt ruhiges Spiel auf, das nicht besonders spektakulär wirkte, aber den Gegner zermürbte und zu Fehlern zwang (17-7). Einmal deutlich auf der Siegerstraße und mit genügend Rückenwind ließen die Raketen bei den Telepromptern nicht mehr die Hoffnung auf die Wende aufkeimen. Satzausgleich (25-17).

 

Im fünften Satz agierten die Raketen nun etwas ruhiger. Die Aufschläge, die in den vorangegangenen Spielabschnitten stets dazu beitrugen, die Raketen im Spiel zu halten, ließen sie auch im entscheidenden Durchgang nicht im Stich. Es blieb eng, bis drei Punkte unglücklich an den Gegner gingen (5-8). Vielleicht half es, dass das Spiel daraufhin zwecks Seitenwechsel unterbrochen wurde. Ein letztes Mal drehten die Raketen auf. Das Spiel blieb zwar wackelig, jedoch der Wille, die Punkte zu erzielen wuchs von Spielzug zu Spielzug (8-8). Die Wand am Netz und im Hinterfeld machte „Die vom MDR“ zunehmend nervös und erzwang eine ansteigende Fehlerquote (12-10). Die letzten drei Punkte holten sich die Raketen durch cleveres, risikoloses aber keinesfalls leichtfertiges Spiel (15-10).

 

Der Rest ist bekannt.

 

Die lebensbejahenden Fakten: 20-25, 25-22, 23-25, 25-17, 15-10

Es spielten: Capitano, Conzi, Thomas, Fabi, Enno, Martin, Martin, Christoph, Volker

 

 

SG Seehausen – Rakete Nord, 27.10. 2016

 

Wenn aus Apfelstrudel Abstiegsstrudel wird

 

 

Nach dem Spiel gegen die SG Seehausen, das vor Saisonbeginn eigentlich eine entspannte, zumindest aber sorglose Rückrunde einzuläuten versprach, steht eine bittere Erkenntnis: Statt sich in der oberen Hälfte der Tabelle festzubeißen, findet sich die Rakete im Sinkflug wieder und muss sich vorerst mit unteren Hälfte zufrieden geben. Bei der SG Seehausen setzte es die dritte Liga-Niederlage für die Raketen in Folge. Als Gastgeschenk wurde diesmal Abstiegsstrudel statt Apfelstrudel gereicht.

 

Das klingt, als wäre alle Hoffnung verloren, aber das ist nicht der Fall. Der erste Satz beweist das klare Gegenteil. Die Raketen sind sofort äußerst präsent auf dem Feld und spielen von Anfang an hochkonzentriert. Die Belohnung ist eine schnelle Führung (7-3). Diese trägt auch dazu bei, dass die Raketen ihre Aktionen mit viel Selbstverständlichkeit zu Ende spielen und  kleinere, auch nicht vermeidbare Fehler ungerührt wegstecken (13-11). Zu Satzmitte hat sich die Crew auch an die etwas beengten Verhältnisse der Sportstätte gewöhnt und versteht es immer besser, sich diese zunutze zu machen, indem sie den Gegner durch starke Aufschläge vor große Probleme stellt (18-12). Das letzte Drittel des Satzes gestaltete sich dann wieder ausgeglichener, sodass der zuvor erspielte Vorsprung den Unterschied ausmachte und den Satzgewinn besiegelte (25-18).

 

Bereits im zweiten Satz wurde kein Apfelstrudel mehr gereicht. Stattdessen gab es Backpfeifen. Doch anders als der Name vermuten lässt, handelt es sich nicht um eine alternative Köstlichkeit aus der Backstube, sondern, wie die Raketen zu spät merkten, um den Beginn einer sich einstellenden, erneut schmerzlichen Niederlage.

 

Die Raketen starteten erneut schwungvoll und knüpften an den Rhythmus des ersten Satzes an. Die Leistung wurde etwas kämpferischer, was sich sofort auszahlte (9-6). Die SG Seehausen hielt ihrerseits gut dagegen und es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem um jeden Zentimeter gefeilscht wurde. Auf beiden Seiten gab es eine ähnliche Anzahl an gelungenen und misslungenen sowie an schönen und überraschenden Aktionen. Die Ausgeglichenheit spiegelte sich im Spielstand wider (13-11, 21-19). Plötzlich, den Sieg vor Augen, taten sich die Raketen abermals unnötig schwer und verloren den Faden, oder vielmehr die Ruhe am Netz. Der Gegner kam nahezu mühelos zu den entscheidenden Punkten und sicherte sich den zweiten Satz (21-25).

 

Diesen unnötigen Satzverlust konnten die Raketen in der Folge nicht mehr richtig abschütteln, auch weil im Gegenzug die SG Seehausen durch ebendiesen Aufwind bekam. Der dritte Satz begann deswegen auch verunsichert. Zwar konnte, unter Aufbietung aller Kräfte, ein 2-5-Rückstand ausgeglichen werden (6-6), aber im weiteren Verlauf zeigte sich die Rakete von ihrer spielerisch schlechteren Seite. Die Tatsache, dass knappe Bälle unglücklich im Aus landeten oder auf der eigenen Feldhälfte blieben, obwohl sie doch schon beim Gegner zu sein schienen, trug nicht gerade dazu bei, den zuvor durch eigene Fehler verursachten Rückstand aufzuholen (12-17). Fairerweise sei an dieser Stelle ergänzt, dass die SG Seehausen auch auf die vorhandenen guten Rakete-Aktionen zu oft eine bessere Antwort fand. Auch wenn angesichts des Rückstandes die Risikobereitschaft in Aufschlag und Angriff wenn möglich erhöht wurde, blieb das Glück ein untreuer Geselle. Die Rakete quälte sich nun eher zum Satzende (16-25).

 

Im dritten Satz schließlich hätte die Rakete eventuell mit einem guten Start die Misere noch abwenden können, aber es kam, wie bereist vorweggenommen, anders. Zu schnell kam der Gastgeber zu einer auskömmlichen Führung, weil er die Aktionen besser zu Ende spielte (2-7). Die Raketen hatten nichts mehr entgegenzusetzen und stellten auch nicht mehr den Anspruch, den Satz für sich verbuchen zu wollen. Die Konzentration in der Annahme fehlte zunehmend und das Netz war auch zu oft ein wenig zu hoch. Eine Kombination, die unter dem Strich wenig Punkte einbrachte (5-15). Die angeschlagene Crew versuchte sich zwar nochmals gegen eine nahezu wehrlose Satzabgabe zu stemmen, aber das Feuer loderte nur schwach und auch zu kurz. Dennoch ist auch das eine anzuerkennende, wenn auch das Ergebnis im Wesen nicht verändernde Leistung (15-20). Der Satz endete ohne weitere Höhepunkte (18-25).

 

Jetzt heißt es erstmal Mund abputzen und weitermachen. Der Chronist jedenfalls bleibt als Edelfan gerade in schweren Zeiten voller Hoffnung, bald auch wieder frohere Kunde verbreiten zu können. Vielleicht ja schon nach dem nächsten Heimspiel?

 

In diesem Sinn: „Noch einen Apfelstrudel, Herr Ober! …und die Backpfeifen gehen zurück!“

 

 

Die wenig schmackhaften Fakten: 25-18, 21-25, 16-25, 18-25

Es spielten: Capitano, Thomas, Fabi, Enno, Martin I, Martin II, Volker

 

 

Rakete Nord – SV Dreiskau Muckern, 14.09.2016

 

Spiel auf der Wippe

 

Lange gab es nichts zu berichten und niemand weiß, wie lange die Erdensonne bereits geheizt hatte, als die Rakete aus einer langen Ruhephase aus ihrem tiefen Sommerschlaf erwachte. Sie sah sich einem Gegner aus fernen Landen gegenüber. Doch ein Detail hatte sich verändert: Ein neues Gesicht am Zuspiel.

 

Zur Begrüßung der Gäste aus Dreiskau Muckern gab es den ersten Satz als Gastgeschenk, wenngleich es weniger geschenkt im eigentlichen Sinne war, als dass sie sich dieses durchaus erkämpfen mussten. Die Rakete startete ihren zum Abheben eigentlich noch ungeeigneten Motor und eröffnete die Partie erfolgreich (2-0). In der Folge entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel und die Raketen konnten ihren Vorsprung verwalten (8-7). Aufschlag und Angriff waren in der Anfangsphase solide, aber ausbaufähig. Mitte des ersten Satzes stabilisierten sich die Dreiskauer, forcierten ihre Angriffsbemühungen und erspielten sich erstmals die Führung (9-10). Die Rakete wurde zunehmend in der Abwehr gefordert, leistete auch gute Gegenwehr, allein das nötige Glück zum Punktgewinn stellte sich nun zu selten ein. Gleich mehrere längere Rallies mit zahlreichen guten Aktionen gingen verloren und folgerichtig gerieten die Raketen weiter unter Druck (14-19). Am Ende mangelte es den Gastgebern an einer zündenden Idee. Mehrere leichte Fehler führten schließlich zum Satzverlust (16-25).

 

Die Rakete stemmte sich gegen eine zu deutliche Niederlage, wankte nicht angeknockt ziellos zurück aufs Feld. Ganz im Gegenteil. Rechtzeitig und ohne Ankündigung flammte auf dem Nachbarfeld ein Licht auf. Um ein Haar wäre die Crew gestürzt, doch sie stützte sich rechtzeitig am schwarzen Block der Wippe sank in die Hocke und lehnte mit dem Rücken gegen das Metall. Sie versuchte sich aufzurichten und berührte ohne Absicht etwas, das sich wie ein Schalter anfühlte. Die Wippe erstrahlte in pulsierendem Neonrot. Die Rakete spürte erwachendes Leben.

 

Kraftvoll war daraufhin die Eröffnung des zweiten Satzes. Schnell hieß es 3-0, weil eine weitere Neuerung ins Repertoire aufgenommen wurde: der Block. Das Spiel blieb ausgeglichen, aber den Raketen gelang nun mehr. Es fehlte zwar mancherorts noch an der Präzision, aber die Rakete trumpfte mit mannschaftlicher Geschlossenheit auf und konnte auf diese Weise einiges korrigieren. Das half, den Vorsprung zunächst nicht in Gefahr geraten zu lassen (7-4). In der Mittelphase, genährt von der gewonnen Sicherheit, wurden auch die Angriffe gefährlicher und variabler. Die Dreiskauer hatten wesentlich mehr Probleme als noch im ersten Durchgang und machten zunächst zunehmend Fehler (9-4), bis sie schließlich ganz den Faden verloren. Die Raketen schafften es, die Balance zwischen durchschaubar-sicherem und flexibel-risikoreichem Spiel zu finden, sodass der Gegner zum Nachdenken gezwungen wurde und weiter an Boden verlor (15-7). Vor allem Aufschlag und Angriff zeigten sich im zweiten Durchgang wesentlich verbessert und brachten die Punkte, die im ersten Satz noch an den Gegner gingen. Nach 22-14 bekamen die Dreiskauer noch einmal die zweite Luft und robbten sich näher heran, aber die Raketen warteten nur noch auf die fehlenden Punkte und konnten sich weitere Fehler erlauben. Am Ende stand ein ungefährdeter Satzgewinn (25-20).

 

Das pulsierende Licht begann zu blenden. Als ob die Rakete selbst darüber erschrocken war, zu welcher spielerischen Leistung sie noch in der Lage ist, begann sie sich schüchtern nach festem Halt im Raum tastend zu bewegen, als sich unerwartet eine unsichtbare Hand nach dem Schalter ausstreckte. Sie schlug auf den Sensorpunkt, unscheinbar und in keiner Weise gekennzeichnet, und die Farbe der Wippe verwandelte sich in das alte Schwarz zurück. Kurz darauf erlosch wohl auch die Lebendigkeit.

 

 

Auch in den dritten Satz gelang den Raketen noch ein guter Start. Weil die Bälle der Gegner gut verteidigt und am Netz - je nach Bedarf - die Durchschlagskraft oder das präzise Spiel erfolgreich eingesetzt werden konnten, gingen die Raketen erneut in Front. Doch Dreiskau zeigte sich nun weniger beeindruckt als noch Minuten zuvor. Leichte Fehler bei den Raketen sowohl mit als auch ohne Ball brachten die Gegner zu leicht nach vorn (6-7). Im weiteren Satzverlauf ging wenig. Das Zuspiel war verunsichert und in letzter Konsequenz verpuffte zu oft der Angriff. Die Raketen probierten noch das eine oder andere, aber gute Ideen blieben Mangelware, auch weil die Punkte zum Teil zu schnell und zu einfach abgegeben wurden (8-17). Der Rückstand war unerwartet und ungewohnt hoch. Es blieb nun fast nur noch das Risiko zu erhöhen, um sich aus der Umklammerung zu lösen, Risiko, das unterm Strich nicht belohnt wurde (12-25).

 

Die Rakete blickte einigermaßen verwirrt auf die Wippe. Einiges hatte sie über Wippen gelesen, nur nicht begriffen, weil sie nicht über eine ausreichend fundierte wissenschaftliche Fachausbildung verfügte. Sie versuchte sich zum Querdenken zu zwingen. Ihre Blicke wanderten über die leblose Schale der Wippe, dann fiel sie auf den Schalter. Das Gefühl eisiger Kälte erfasste ein zweites Mal die Sensoren der Crew. Die schwarze Farbe, scheinbar eine Lackierung, verwandelte sich vor aller Augen in dasselbe pulsierende Neonrot wie zuvor. Die Materie dehnte sich um einige Millimeter. Man konnte die Energie spüren wie beim ersten Mal.

 

Und tatsächlich. Eine nahezu identische Blaupause zum zweiten Spielabschnitt. Auch hier gelang das Spiel der Raketen wieder besser. Selbstbewusst kämpften die Raketen um jeden Punkt und boten dabei einen Großteil ihres Repertoires auf. Zunächst präzise und deshalb gefährliche Aufschläge, die den Gegner aus dem Rhythmus brachten, im Anschluss neue Varianten am Netz, namentlich kurze Kopfangriffe, die die ersten Punkte brachten (4-1). Zwar hielten die Dreiskauer mit ihrem 3-Meter-Hünen immer wieder dagegen, aber die Raketen spielten lauffreudig und einsatzwillig und ließen die Gegner nicht herankommen, ja bauten den Vorsprung gar noch weiter aus (9-4). Ein Spielstand, mit dem die Raketen bereits im zweiten Satz gute Erfahrungen gemacht hatten. Und auch aktuell spielten sie weiter konzentriert und zum Teil unkonventionell. Es gelangen sogar mehrfach direkte Punkte aus der Bedrängnis, die den Dreiskauern die Zuversicht nahmen (15-8). Der Rest des Satzes machte einfach nur Spaß. Ohne Druck und befreit spielten die Raketen den Satz besser, das heißt konsequenter als in Durchgang zwei, zu Ende und brachten ihn verdient mit 25-17 ins Ziel.

 

Nach einer Weile kehrte die Rakete wieder in ihre Basis zurück. "Wie funktioniert die Wippe nun?", wollte sie ungeduldig vom Board-Computer wissen. "Wie kann ich die Wippe benutzen? Weißt du es?"

"Teilweise."

"Also?"

"Die Wippe ist über riesige Distanzen einzusetzen, eine Art Fiktiv-Transmitter. Zunächst werden gegensätzliche Spielsituationen erfasst, am besten über ihre elektrischen Felder. Beide Koordinatensätze müssen exakt bekannt sein. Anschließend erfolgt der gegenseitige Austausch über einen sechsdimensionalen Transfervorgang."

"Sechsdimensional... Heißt das, man könnte die Wippe mit einer fünfdimensionalen Feldstärke nicht aufhalten?"

"Nein."

"Woher bekommt die Wippe die Koordinatensätze?"

"Die Wippe setzt dazu spezielle Dunkelfelder ein. Ich verwende hier nicht den originalen Ausdruck, sondern ein verständlicheres Synonym."

"Sehr freundlich!"

"... sämtliche störenden Strahlungseinflüsse im Bereich eines solchen... naja... Dunkelfeldes werden neutralisiert, die Spielsituation gescannt, und damit auch das Zielobjekt. Ist der Scan beendet, erfolgt sofort der Austausch."

"Hochinteressant", murmelte die Rakete. Sie konnte nicht behaupten, ein Wort verstanden zu haben.

"Wir müssen uns beeilen…", drängte der Computer mit vibrierender Stimme, „…das rote Neonlicht wird schwächer!"

 

Und so kam es unverzüglich zum letzten Akt in der Partie. Und auch in dieser finalen Phase gelang den Raketen ein traumhafter Start (4-1). Alle Mannschaftsteile wurden einbezogen, wie übrigens auch in der Folge, als es zu schnellen Punktverlusten kam (5-5). Es blieb ausgeglichen und hart umkämpft. Es gelang beiden Seiten kaum, mehrere Punkte in Folge zu erzielen. Zu diesem Zeitpunkt galt es eigene Fehler zu vermeiden und sicher zu spielen (8-8). Nach kleineren Unaufmerksamkeiten in der Abwehr gerieten die Raketen zwar unangenehm ins Hintertreffen (8-11), kamen aber durch wütende Netzaktionen wieder rechtzeitig ins Spiel (11-11). Beim Stand von 12-12 wurde es hektisch. Ein unübersichtlicher Spielzug erhitzte die Dreiskauer Gemüter (12-13). Das war wohl der entscheidende Knackpunkt, der die Raketen etwas aus dem Tritt brachte. Ein von den Raketen nicht zu parierender Angriff aus unendlichen Höhen besiegelte die unglückliche und denkbar knappe Niederlage (13-15).

 

Der Board-Computer blieb danach lange Zeit stumm. Endlich sprach er aus, womit er insgeheim gerechnet hatte: "Es ist nicht mehr möglich, den Peilvorgang zu verhindern."

"Warum nicht?", fragte die Rakete düster.

"Die Dunkelphase ist zu gewaltig und überdeckt das heliotische Leuchtfeuer. Das Leuchtfeuer lässt sich nicht anpeilen. Wir benötigen mehr Aktivitätsphasen."

Der Augenblick der mentalen Klarsicht war gekommen. Der Parablock erlosch und das heliotische Leuchtfeuer wuchs auf seine ursprüngliche Größe an.

 

Die dunklen Fakten: 16-25, 25-20, 12-25, 25-17, 13-15

Es spielten: Capitano, Christoph, Enno, Lutz, Volker, Wassi

Sommerpause!

Rakete Nord – Füchse Markranstädt I, 16.06.2016

 

Rakete wartet weiter auf Pokalsieg

 

Übermannschaften werden bewundert, bleiben in ihrer Perfektion aber auch irgendwie suspekt. Echte Heldengeschichten brauchen Höhen und Tiefen, berichten von Kampfgeist und Herz oder beschwören Zusammenhalt und Freude – wenn Außenseiter so zu strahlenden Sieger werden, löst das ganz große Gefühle aus. Wenn das Volleyballmärchen allerdings nicht wahr wird, dann eher nicht.

Zum Spiel nur soviel: Der Pokal wird ohne die Raketen verteilt werden. Über das detaillierte Spielgeschehen schweigt sich der Chronist, mit dem Einverständnis des geneigten Lesers diesmal aus und spart sich die Kraft für die kommenden Aufgaben. Zu überlegen waren die Gäste und zu einseitig das Spiel, wenngleich die Raketen punktuell gut mitgespielt hatten.

Es bleibt dem Chronisten, sich in die kreative Sommerpause zu verabschieden. Er füllt vorher noch pflichtbewusst sein Tintenfass auf und freut sich schon jetzt auf neue spannende Heldengeschichten, die sicherlich wieder von starken Raketen zeugen werden.

 

Die verschwiegenen Fakten: 5-25, 17-25, 15-25

Es spielten: Capitano, Volker, Christoph, Fabi, Wassi, Enno

 

 

BSV Südost - Rakete Nord, 31.05.2016

 

Praktische Mathematik

 

In unserer allseits beliebten und in loser Reihe fortgesetzten Rubrik „Raketen fragen – Experten antworten“ soll es heute um ein weitestgehend vernachlässigtes Phänomen gehen. Wir wollen uns an der Klärung folgender Frage versuchen:„Wie lassen sich Hallenvolleyball und sein kleiner Bruder, das Beachen, vereinen und was kann die Hobbyliga dazu beitragen?“

Glücklicherweise konnten wir einen Experten auf dem Gebiet der Beantwortung sinnloser Fragen gewinnen, dessen Name zur Klärung unseres Problems nichts beiträgt. Klären Sie uns auf!

 

Zunächst sei erwähnt, dass die Wissenschaft der sinnlosen Fragen eng mit der Mathematik verknüpft ist. Bekannt sind sicherlich die Textaufgaben, bei denen irgendwo zwischen Prolog und Epilog Protagonisten mit ausgefallenen Namen rätselhaften Hobbys nachgehen und quasi im Selbstgespräch Fragen aufwerfen und gleich die dazu passende Formel parat haben, aber nie einen Taschenrechner, obwohl der doch in jedem Smartphone integriert ist. Diese Realitätsferne und das Fehlen des spannenden Endes sind Kennzeichen von Textaufgaben.

 

Um uns der Frage des Tages zu nähern, betrachten wir folgendes Beispiel:

In einer Halle im Südosten Leipzigs stehen sechs Raketen auf einem viel zu kleinen Feld. Nach holprigem Start, der eher der Vermessung des Feldes als dem Punktesammeln dient (3-6), kommen sie besser ins Spiel und können bei eigenem Aufschlag und gelungenem Zusammenspiel eine leichte Führung erspielen (9-6), wobei sie auch von leichten Fehlern des Gegners profitieren. Im weiteren Verlauf des Spiels greift die Routine. Das würde durchaus Erfolg versprechen, wenn nicht die gültige Auftreff-Fläche kleiner wäre als üblich. So verlieren die Raketen nicht wirklich den Faden, spielen gut und sicher, machen aber kaum Punkte (15-16), sodass der Gegner wieder aufgebaut wurde. Unsichtbare Fragezeichen und die Suche nach dem Sinn ziehen Unkonzentriertheiten im Spiel nach sich. Annahmefehler und wenig clevere Spielweise tragen nicht dazu bei, dem Konto Punkte gutzuschreiben (20-23). Der Glaube, den Satz noch zu drehen, bleibt erkennbar, allein die wuchtigen Angriffe waren kurz genug für Hallenvolleyball, aber zu lang fürs Beachen (21-25).

Und nun zur Frage: Wenn der oben geschilderte Verlauf grafisch in einem Tortendiagramm aufbereitet werden soll, wie viele Kirschen sind dann nötig?

 

Zugegeben, das Beispiel ist mathematisch brillant, aber wenig praxistauglich. Nähern wir uns daher nun geometrisch der Lösung.

In einer Halle im Südosten Leipzigs stehen sechs Raketen auf einem viel zu kleinen Feld. Sei zur Verdeutlichung die Grundfläche der Halle gleich der Fläche des (verkleinerten) Feldes (A). In der Bewegungsfreiheit folglich etwas eingeengt gelingt zunächst nicht viel. Annahme und Aufbau sind passabel, aber der Gegner kann sein Rechteck (A=ab) gut verteidigen, sofern dies nötig ist. Zu schnell liegen die Raketen zurück (1-5), aber sie kämpfen sich umgehend wieder heran (5-5). Gerade als man denken muss, dass die Raketen den Dreh raus haben, gibt es den nächsten Rückschlag. Unglückliche Aktionen häufen sich und werden durch falsche Entscheidungen begünstig. Zu lange Bälle werden provisorisch genommen, ausreichend kurze purzeln ins quadratische (a=b) Feld (11-15). Es ist wie verhext zu diesem Zeitpunkt. Wenig gelingt den angeschlagenen Raketen und der Gegner wächst über sich hinaus. Perfekt an seinen Lebensraum angepasst beherrscht er seine 64 qm vorbildlich (13-21). Die Raketen zeigen sich desillusioniert, aber kämpferisch. Der Rest des Satzes wird genutzt, um von der Punktefrage befreit zu probieren, wie es in den Folgesätzen weitergehen könnte und um wieder Selbstvertrauen aufzubauen (15-25).

Frage: Wie viel Platz ist zwischen Auslinie und heiß geliebter Sprossenwand unter Berücksichtigung der im Text versteckten Fakten? Hinweis für Unsichere: Die Auslinie muss beim Aufschlag betreten werden und die Arme einiger Raketen sind zum Ausholen zu lang.

 

Die Lösung ist nicht trivial, soll aber kurz skizziert werden.

Die Raketen teilen o.B.d.A. das Feld in sechs deckungsgleiche rechtwinklige Dreiecke und versuchen sich auf diese Weise der Lösung zu nähern. Obwohl auch das nichts bringt, wie sich zeigt, da die Raketen sich erneut im Rückstand sehen (Messfehler?) (2-4), läuft es bei den Raketen insgesamt wieder besser. Sie spielen ruhig, auch wenn die eine oder andere gute Aktion im entscheidenden Moment misslingt. Sie beißen sich fest, werfen sich auf den Schreibtisch des Protokollanten, der fast zum Spielfeld gehört und lassen auch sonst nichts unversucht, Sicherheit zurückzugewinnen. Nach dem zwischenzeitlichen 7-10 gelingt die Wende. Der rechte Winkel im Dreieck brachte die entscheidende Eingebung: Die Summe der Kathetenquadrate ist gleich dem Quadrat über der Hypotenuse, oder so ähnlich. Für Fortgeschrittene: a²+ b²= c². Praktische Mathematik eben. Euphorisiert ob dieses Faktums gelingt es nun den Raketen endlich, die gewohnte Form zu zeigen und die Stärken besser auszuspielen. Der Block wird besser getroffen, Angriffe finden sicherer ihre Ziele und der Gegner überlegt länger und vergisst im Zuge dessen immer öfter die Verteidigung des Feldes (19-14). Gnadenlos verwandeln die Raketen alles, was ihnen auf die Handfläche kommt, mal durch einen gewaltigen Angriff, mal durch geschickte Heber ins Hinterfeld, mal durch Lupfer ins Vorderfeld. In jedem Fall irgendwie erleichtert.

 

Die Raketen behalten auch im vierten Satz den Gegner im Würgegriff. Sahen die ersten beiden Sätze noch eher nach Spiegelfechten aus, nicht nur weil der Gegner die gleiche Trikotfarbe hatte, spielen sich die Raketen nun in einen Rausch. Sofort gelingt durch präzises Spiel und gute Aufschläge eine Führung, die nicht mehr verschenkt werden sollte (5-1). Die Taktik, die Inkreise der rechtwinkligen Dreiecke beim Angriff anzuvisieren, zahlte sich aus. Bis Mitte des Satzes blieb es praktisch beim Vorsprung von vier Punkten. Der Gegner erlaubt sich in dieser Phase auch mehr ungezwungene Fehler, vor allem im Aufschlag (20-15). Unbeeindruckt bieten die Raketen aber weiterhin keine Angriffsfläche und gewinnen den Satz hochverdient (25-18).

 

Der entscheidende Satz beginnt besser für den Gegner. Technische Fehler zwingen die Raketen in die Defensive (2-5), aus der sie sich aber geschickt befreien (6-6), ja den Schwung nehmen sie sogar mit, um in Führung zu gehen (10-8). Für den letzten und entscheidenden Schritt zur Krönung der Aufholjagd fehlt dann leider die Lockerheit und die Brechstange hilft diesmal nicht weiter. Es kommen keine Punkte mehr hinzu (10-15).

 

Gebannt von der Erkenntnis und der Macht der Mathematik sowie des bewegenden Endes herrscht völlige Ruhe im Studio. Der Experte bricht die Stille mit der entscheidenden Frage: „Wie groß ist nun b?“. Der Chronist ist verwirrt und antwortet reflexartig: „Na, 9 Meter!“. Der Experte lacht wissend. Eine Stimme aus dem Off drängt ihn: „Eine zweite Chance! Eine zweite Chance!“. Der Experte gewährt sie mit dem Hinweis, dass das Ergebnis kleiner ist, als gedacht. Der Chronist überlegt aufgeregt: „Hmm, Moment, A=64, a=b, ach so, äh… 7!“ Wieder skandiert die Stimme aus dem Off: „Noch eine Chance! Noch eine Chance!“. Der Experte willigt ein und hofft auf ein Wunder. Um eine Blamage zu vermeiden, hilft er: „Der Wert für b liegt zwischen 7 und 9.“ Der Chronist geht alle Fakten nochmals durch, murmelt Unverständliches und ruft plötzlich: „8,  b=8 Meter! Also,.. Halle gleich Beach!!“. Erneut die Stimme aus dem Off: "Gib ihm noch ’ne Chance, gib ihm noch ’ne Chance!"

 

Die engen Fakten: 21-25, 15-25, 25-16, 25-18, 10-15

Es spielten: Christoph, Enno, Martin M., Martin S., Thomas, Volker

 

 

Teleprompter - Rakete Nord, 11.05.2016

 

Angetreten und des Sieges für würdig befunden

 

Die Rakete Nord ist schon eine Crew, die es nicht leicht hat. Nach den Strapazen im vorangegangenen Spiel (Stichwort Halleneingang, der Chronist berichtete) war die Herausforderung zumindest für einen Teil der Crew diesmal etwas größer. Mit Mühe fanden aber alle Helden pünktlich den vereinbarten Treffpunkt. Ja, es sind Helden, denn erneut war ein glatter 3:0-Sieg das Ergebnis des Tages. In aufwändiger Detailarbeit hat der Chronist auch unveröffentlichte Statistiken gewälzt. Seit der Chronist den goldenen Kugelschreiber schwingt, gab es so etwas noch nicht. Und trotzdem ein Vorschlag in eigener Sache: Treffpunkt das nächste Mal an der Nato? Das würde auch diese verbliebene Schwäche noch abstellen.

 

Zu den Fakten. Die Raketen trafen auf gut gelaunte und bereits eingespielte Teleprompter in einer sehr tiefen Halle. Das erforderte über die Spielzeit sicheres und schnelles Spiel. Der Schlüssel war folglich ein hohes Maß an Konzentration und der Wille, nicht über die komplette Distanz von fünf Sätzen gehen zu müssen. Der erste Satz begann mit Selbstvertrauen. Nach anfänglichem Abtasten und erforderlicher Feinjustierung am Netz (6-6), kam die Rakete in Schwung und zeigte kaum Schwächen. Gute Aufschläge, präzise Angriffe und aufmerksame Abwehrarbeit machten es den Telepromptern schwer, die Raketen aufzuhalten (13-8). In der Folge spielten die Raketen raffiniert und sicher. Es reichte dabei, nichts Ungewöhnliches zu probieren, die eigenen Fehler – übrigens meistens Übertritte nach eigentlich guten Netzaktionen – konnten verkraftet werden und hinderten die Rakete nicht daran, den Vorsprung weiter auszubauen (17-10), zu verwalten (20-13) und  souverän ins Ziel zu bringen (25-17).

 

Auch im zweiten Satz konnten sich die Raketen auf Altbewährtes, das schließt auch unkonventionelles Spiel ein, verlassen. Schnell erspielte die Crew die Führung (5-4), wobei die Bälle zum Teil umkämpfter waren, als im vorangegangenen Satz. In der ersten Hälfte gelang den Raketen vor allem am Netz Bemerkenswertes. Das erforderliche schnelle Spiel förderte nicht nur die eine oder andere Angriffsrakete zutage, sondern machte auch das Spiel mit dem Auge notwendig, welches gelang. In der Konsequenz wurde ein komfortabler Vorsprung erspielt (10-4). Die Teleprompter konnten lange Zeit nirgendwo die passende Gegenstrategie ablesen, es fehlten passende Kameras. Beim Stand von 16-10 verloren die Raketen dann allerdings erstmals im Spiel den Faden. Die Annahmen und die Zuspiele waren zwar passabel, es fehlte jedoch etwas die Gelassenheit und Durchschlagskraft am Netz. Punkte gingen verloren (16-14). Das Selbstbewusstsein der Raketen blieb davon unangetastet, Nervosität war nicht zu spüren. Zu viel gelang in diesem Satz. Gute Blockaktionen, wenn der Chronist es richtig im Kopf hat über das gesamte Spiel sogar bei allen Raketen, waren in dieser Phase einer von mehreren Garanten, den alten Vorsprung wieder herzustellen (23-19). Der Satz war gewonnen, als die Anzeige den 25. Punkt nach einem Fehlaufschlag aufleuchten ließ (25-23).

 

Im dritten Satz stotterte die Rakete zunächst. Gelang in den ersten Sätzen ein in weiten Teilen homogenes Spiel, wechselten nun Konzentrationsphasen und Schlafphasen einander sicher ab. Nach einem 0-4-Rückstand, der vorwiegend auf vermeidbare Fehler der Raketen zurückzuführen war, brachte eine Aufgabenserie schnelle Punkte (5-5). Das war keine Schwerstarbeit und dennoch wurden die Teleprompter weiter im Spiel gehalten, auch weil unglückliche Aktionen in den Rettungstaten nicht mehr zuließen (6-10). Die Vielseitigkeit der Raketen zahlte sich nun aus. Die weiterhin guten und sicheren Aufschläge brachten die Raketen wieder heran (9-10). Ein erneutes Pausieren auf dem Feld konnten die Raketen glücklicherweise vermeiden. Das Spiel wurde breit gemacht. Es ergaben sich einige Lücken bei den Telepromptern, die erfolgreich gesucht und Punkte bringend gefunden wurden. Die erste Führung in diesem Satz (14-13), die sofort durch blitzartige Annahme-Zuspiel-Angriff-Kombinationen ausgebaut werden konnte (21-16). Obwohl es zum Satzende noch mal knapp wurde, weil etwas die Präzision im Angriff fehlte, war der Satzgewinn nur eine Frage der Zeit (26-24). Heute spielten die Raketen insgesamt zu professionell und zu ausgeglichen.

 

Der Chronist schließt erfreut und beschwingt das Vereinsbuch, spitzt den Bleistift und freut sích darauf, weiter von der Erfolgsgeschichte der Raketen Kunde geben zu dürfen.

 

Die prompten Tele-Fakten: 25-17, 25-23, 26-24

Es spielten: Capitano, Christoph, Volker, Wassi, Thomas, Martin S., Enno

Ein herzlicher Dank geht an den Nachwuchs-Chronisten: Fabi

 

Füchse Markranstädt - Rakete Nord, 25.04.2016

 

Rakete hebt eilig und mühelos in Hauptrunde ab

 

Markranstädt. Am Ende war es fast aufwändiger, den Halleneingang zu finden, als die Qualifikation zur Pokalrunde erfolgreich abzuschließen. Nach einer Netto-Spielzeit von 50 Minuten war das kurze Gastspiel der Raketen bereits erfolgreich beendet.

 

Im ersten Satz musste die Crew der Raketen nicht viele Ideen entwickeln, um die zahmen Füchse vor Probleme zu stellen. Zu Beginn jubelten Letztgenannte dreimal, als hätten sie den Pokalsieg schon geschafft, bis die Raketen dem Spuk ein Ende bereiteten (2-3). Schnörkellos und ohne großes Feuerwerk gelang es den Raketen, die Satzführung zu erspielen, da die Angriffe ohne Abwehrchance des Gegners versenkt wurden (5-3). Die Punkte, die die Hausherren ihrem Konto gutschrieben, waren wesentlich härter umkämpft (5-4). Gute Aufschläge der Raketen gaben im gesamten Spiel die Richtung vor. Zum Beispiel gefühlte endlose elf Punkte in Folge nagten im ersten Satz an der Moral der Füchse. Die Schwierigkeit in dieser Phase bestand darin, die eigene Konzentration hoch zu halten, falls der Ball doch den Weg zurück über das Netz fand. Das gelang hervorragend (16-4). Im Anschluss ließen es die Raketen fast zu ruhig angehen. Ein wenig fehlte, wohl auch wegen des Spiels, das wenig forderte, die innere Spannung. Mit einer erneut guten Serie konnte der Vorsprung weiter ausgebaut werden (20-5), bevor das Spiel doch zu ungenau wurde, sei es, weil die Annahme  misslang, sei es, weil das Zuspiel zu flach geriet, sei es, weil der Angriff zu lang wurde. Kurz, die Füchse verkürzten nochmals spürbar, allerdings hatten die Raketen jederzeit genügend Sprit im Tank, um nichts mehr anbrennen zu lassen. Auch wenn in dieser Spielphase die Mehrheit der Punkte eher durch gegnerische Fehler erzielt wurde, als durch eigene Aktionen, war der Satzgewinn nie gefährdet (25-16) und stand nach einer Viertelstunde zu Buche.

 

Der zweite Satz verlief in Bezug auf den Spielfluss etwas konstanter. Durch aufmerksames Spiel, das zugegebenermaßen nicht immer schön anzuschauen, dafür aber mehrheitlich effektiv war, gelang eine deutliche Führung auch mit minimalem Aufwand (12-6). Die Füchse waren in diesem Satz nicht in der Lage, die Raketen vor schwierige Aufgaben zu stellen. Die Raketen im Gegenzug probierten wenig und versuchten ihre Stärken auszuspielen, um schnelle Punkte zu erzielen. Das gelang in den meisten Fällen und führte folgerichtig dazu, dass der Vorsprung stetig anwuchs (18-10). Am Ende war der Satz nach tollen Aktionen am Netz erneut nach einer Viertelstunde beim Stand von 25-13 beendet.

 

Der Beginn des dritten Satzes verzögerte sich etwas, da die Schiedsrichter andere Prioritäten setzten und sich zunächst zurückzogen. Der dritte Spielabschnitt, der auch den Abschluss bilden sollte, geriet nur im Ergebnis etwas eng. Auf dem Feld war die Überzeugung, sich hier keine Blöße zu geben, dennoch unumstößlich. Die Füchse starteten mit guten Angriffen, die die etwas eingeschläferten Raketen nur ungenügend parieren konnten (1-3). Im Gegenzug wurde das Tempo etwas erhöht. Teilweise wirkten die Füchse in der Folge überfordert. Gute Aufschläge, wuchtige Angriffe von außen und unerwartete Kombinationen am Netz brachten die Raketen wieder in Front (6-3). Eine Phase des schnellen Absetzens blieb hier allerdings aus. Die Füchse kämpften mit Hand und Fuß und robbten sich, nicht zuletzt auch weil die Raketen zu viele leichte Fehler produzierten, wieder in Schlagdistanz (11-10). Am Ende hatten die Raketen aber jederzeit alles unter Kontrolle. Sie konnten sich aufeinander verlassen, spielten homogen. Angriffe nun aus allen Lagen, die teils gnadenlos, teils glücklich den richtigen Weg fanden, korrigierten die Verhältnisse (18-14). Der Vorsprung wurde bis zum Abpfiff verwaltet. Bezeichnenderweise beendeten die Füchse das Spiel durch einen eigenen Aufschlagfehler (25-22), sodass die Raketen nach insgesamt zwanzig gespielten Minuten im letzten Satz die Hauptrunde ohne großen Aufwand erreichten und sich der „Nachspielzeit“ widmen konnten. Es war kein Leckerbissen, aber zur Abwechslung ein leichter und hoch verdienter Sieg.

 

Die Treibstoffbilanz: 25-16, 25-13, 25-22

Es spielten: Capitano, Christoph, Volker, Fabi, Wassi, Thomas, Martin M.

 

Rakete Nord – SG Seehausen, 06.04.2016

 

Millimetersache

 

Die Zeit der Langeweile ist vorbei. Der Tag, den nicht nur die Edelfans der Rakete herbeigesehnt hatten, ist angebrochen. Die Rakete streckt ihre Glieder und verlegt den Aktionsplatz wieder von der Couch in die wohlvertraute Festung Nord-Arena.

 

Die einzige knappe Niederlage, diese glücklicherweise ohne Wertung, gab es an diesem Abend nur in Bezug auf die Spielerzahl. Während die Rakete sensationelle zehn hoch motivierte Crewmitglieder aufbot, sollten elf Gäste am ersten Heimsieg der Rakete in dieser Saison teilhaben. Die Halle war also zum Bersten gefüllt!

 

Insgesamt, um das Fazit vorwegzunehmen, war das Spiel der Raketen Millimeterarbeit auf dem Feld und im Ergebnis. Es gelang eine Punktlandung mit voller Ausbeute.

 

Die Raketen begannen das Match konzentriert und erspielten sich sofort eine leichte Führung (4-0). Die Gäste hatten Mühe, ins Spiel zu kommen und fanden kaum gute Antworten. Solide und sicher gelang es den Hausherren, den Vorsprung sogar zunehmend auszubauen (8-3). Auf Seiten der Raketen ging es weiter ruhig zur Sache. Wenngleich das Spiel nicht immer präzise war, glückte es, leichte Fehler ausreichend auszugleichen, sodass diese nicht entscheidend zu Buche schlugen (13-8). Es folgte eine erste Phase, die von Unsicherheiten in der Annahme geprägt war - zahlreiche Zeugen könnte der Chronist dafür  als Beleg anführen. Folgerichtig kamen die Raketen nicht in die Situation, das Spielgerät Punkte bringend in des Gegners Hälfte zu platzieren. Erst beim Stand von 13-12 war die Lösung gefunden. In der Folge wurde das Spiel der Raketen variabler und durchschlagskräftiger, Seehausen setzte mehr Einsatz dagegen (17-13). Sie machte den Satz in der Schlussphase auch noch einmal spannend, indem sie Punkt um Punkt aufholten (20-19), bevor erfolgreiche Blockaktionen den Gästen am Ende den Zahn zogen. Wilde Angriffe zerschellten an der lückenlosen Mauer, die die Raketen auffuhren, und brachten die letzten und entscheidenden Punkte (25-20).

 

Der zweite Satz begann sehr ausgeglichen. Erst beim Stand von 5-5 gerieten die Raketen zunehmend unter Druck, denn im Anschluss gelang kein erfolgreicher Spielzug mehr. Ja, es gelangen noch nicht einmal aufbauende Aktionen, jedenfalls solange nicht, bis die Raketen durch einen Fehler des Gegners wieder an den Aufschlag kamen, Aufschläge übrigens, auf die die Raketen jederzeit im Spiel setzen konnten (6-11). Völlig in sich ruhend und in die Stärken vertrauend spielten die Raketen routiniert weiter. Sie brauchten Punkte - sie erzielten Punkte. Dabei war das Schema jedes Mal dasselbe: Sichere Aufgabe - gern auch druckvoll, anschließend das Hochfahren der Mauer am Netz (12-13). Es war alles wieder offen. Leider machten es sich die Raketen wiederholt unnötig komplizierter, als es erforderlich war, und gerieten konsequenterweise erneut in größeren Rückstand (15-19). Die Devise hieß nun, gerade weil in Hinblick auf den Spielstand nicht mehr viele Fehler verkraftet werden konnten, einfach zu spielen. Einfach bedeutete auch, dass Angriffe lieber millimetergenau im oberen Zuspiel als risikoreich und spektakulär im Feld Seehausens untergebracht wurden. Das zahlte sich aus (21-21). In der Endphase entwickelte sich ein echter Krimi um den Satzgewinn. Als die Anzeigetafel 24-22 zeigte, hatten die Raketen etwas Pech, denn ein guter Spielzug geriet im Abschluss etwas zu lang. Nachdem auch der zweite Satzball ungenutzt blieb (24-24), erarbeitete sich Seehausen eine bessere Ausgangslage (schlecht), konnte aber ebenfalls nicht den Satz beenden (gut), denn die Raketen blieben in der Abwehr wachsam (25-25). Nach einem weiteren vergebenen und zwei weiteren abgewehrten Satzbällen beendeten die Raketen den Krimi, indem sie durch einen perfekt getimten, abermals millimetergenauen Pritsch-Angriff zum Unmut des Gegners den siebten (in Worten: siebten) und vierten eigenen Satzball in den gegnerischen Reihen unterbrachte - Maßarbeit in allen Belangen.

 

Der dritte Satz begann mit einem Paukenschlag. Schneller als Seehausen schauen konnte, schlug der erste Angriff der Raketen bei ihnen wuchtig ein. Es ergaben sich weitere gute Netzaktionen, die in Kombination mit vorausgegangenem, gutem Zusammenspiel zu einer deutlicheren Führung führten (8-3). Der Schlendrian wurde daraufhin erneut eingewechselt und trug als siebter Mann dazu bei, dass der schöne Vorsprung schnell Makulatur war (8-8). Es ging aufs Neue von vorn los. Von vorn und wieder konzentrierter. Auch wenn zunehmend gegnerische Fehler die Raketen der magischen Punktzahl entgegen trugen, konnten im Gegenzug auch die eigenen Ungenauigkeiten etwas reduziert werden (15-11). In dieser Phase war das Spiel nicht allzu spektakulär. Kurze Aktionen auf beiden Seiten änderten den Punkteabstand nicht (19-15). Daraufhin beobachteten aufmerksame Zuschauer, dass die Raketen ein-, zweimal den gegnerischen Angriff nicht zu fassen bekamen (21-20), ein Krimi wie im zweiten Satz blieb allen Akteuren diesmal glücklicherweise erspart. Der letzte Ball war ein letzter millimetergenauer Angriff, der sich präzise ins gegnerische Eck setzte (26-24). Ein Auftakt nach Maß in die neue Saison.

 

Die maßgeschneiderten Fakten: 25-20, 30-28, 26-24

Es spielten: Felix, Fabi, Thomas, Martin M., Wassi, Volker

Es unterstützen: Christoph, Martin S., Enno, Lutz

 

 

Saison 2014/15/16

Das Beste an dieser Saison!

Rakete Nord – SV Makkabi, 27.01.2016

 

Die Rakete auf der Couch

 

„Ach Herr Freud, das ist ja sehr schön, dass ich Sie hier treffe, Herr Freud, das ist ...“

„Legen Sie eana hin!“

„Bitte? Ich weiß nicht recht… So schlimm ist’s  ja nun auch wieder n…“

„… hinlegen!“

„Ja, natürlich, selbstverständlich, Herr Freud! Ich wusste gar nicht, Herr Freud, dass Sie noch praktizieren.“

„Ich bin Ihre Seele... Sie bilden sich mich ein... Sie wollen sich selbst heilen… Was haom S’ denn übahoapt?“

„Ja, ich habe… Spieldrang, ein gieriges Kollektiv, Sehnsucht nach Erfolg…“

„… woran Sie leiden!“

„Ach so, äh, ja, gut, dass Sie danach fragen: Ich leide an akutem Punktemangel. Wenn es Punkte zu verteilen gibt, bin ich zu oft zu zurückhaltend und lasse anderen den Vortritt. Ich nehme mir stets viel vor, am Ende ist es aber immer dasselbe. Ich merke ganz genau, wenn ich die Halle verlasse, die Gegner lachen über mich…“

„Sie haben also das Gefühl, das Lachen der anderen rüttelt an Ihrem Erfolgsdrang... paffpaff... Sie fühlen sich beobachtet, wie Sie mit den Niederlagen kopulieren.“

„Äh, also, …“

„Schließen S’ Ihre Oagen, atmen S’ ruhig, gnä’ Rakete, und gem S’ mal oa Beispiel.“

 

„Na ja, zum Beispiel im ersten Satz gegen die Gäste aus Makkabi sahen wir gar nicht schlecht aus. Wir standen kompakt und erspielten uns mit soliden und sicheren Aufgaben einen leichten Vorteil (5-3). In der Folge machte Makkabi einige leichte Fehler, spielerisch und auch in der Abstimmung, sodass wir den Vorsprung weiter ausbauen konnten (15-8). Nun ließen wir nichts mehr anbrennen und waren wild entschlossen, die 25-Punkte-Marke als erstes zu knacken. Mit einer weiterhin konzentrierten Vorstellung und gutem Einsatz erspielten wir uns eine noch klarere Führung (20-10), die schließlich mit Glück im Angriff zum Satzball führte (24-16). Der entscheidende Punkt wurde durch einen Netzangriff des Gegners beigesteuert. So weit. So gut.

Im zweiten Satz allerdings taten wir uns doch um einiges schwerer. Obwohl der Gegner leicht verbessert spielte, hatten wir völlig grundlos irgendwie den Faden verloren. Durch Fehlangriffe gerieten wir in Rückstand (1-2) und unglückliche Aktionen in der Feldabwehr führten zum 4-8. Doch wir kamen umgehend wieder zum Ausgleich, auch weil wir den Ball mit Verstand und Können im gegnerischen Feld unterbringen konnten (8-8). Von Aufwind war in der windstillen Halle indes nichts zu spüren. Wir fanden nicht in die Erfolgsspur zurück. Es war wie verhext. Fehlaufgaben und zu viele Schwächen in der Annahme machten Makkabi das Spiel viel zu leicht (8-13). Den Vorsprung verteidigten sie anschließend gegen wenig Gegenwehr unsererseits bis ins Ziel (16-25).“

 

„Hmm… paffpaff… es ist, wie wenn Sie als Kind etwas Verbotenes taten und sich von den Erwachsenen beobachtet fühlten. Die Gegner als Ihre Kinder beobachten Sie beim Verlieren und lachen. Lachen macht aber das Punktesammeln unmöglich. Sie werden durch das Lachen der kindlichen Gegner, äh,… der gegnerischen Kinder…, in den eigenen Aktionen gehemmt und reagieren ertappt. Das Liegenlassen der Punkte ist für Sie das Verbotene… paffpaff… das Scheitern. Sie erinnern sich als sich als Kind, wie Sie sich das Scheitern ausmalen und der ungewissen Strafe entgegen sehen.“

„Bitte?? Ich... äh... ich bin mein eigener Gegner?!“

„Gewissermaßen! Sie haben das Begehren gegenüber dem eigenen Scheitern.“

„Hmm, das habe ich ja gar nicht…“

„Sie scheitern nicht??? Psychologisch aber seeehr interessant, hear’n S’“

„Nein, nein, ich habe ... ich habe nur kein Begehren danach.“

„Sind Sie sicher? Wie war das denn in den folgenden Spielabschnitten?“

 

„Das kann ich Ihnen sagen, Herr Freud. Nehmen wir den dritten Satz. Wir wechselten die Seite, wie gewöhnlich, und plötzlich spielten wir wieder wie ausgewechselt, konzentriert und locker von Beginn an. Eine kleine Aufschlagsserie, die den Gegner unter Druck setzte, verhalf uns dazu, gut in den Satz zu kommen (3-0). Im weiteren Verlauf sammelte Makkabi zwar mehr Punkte, auch weil ihr Angriff agressiver war, aber eine Führung konnten die Gäste nicht erspielen (8-8). Unsere Stärke in diesem Satz waren wohl die Aufschläge. Zahlreiche gute Serien in Kombination mit brillanten Aktionen am Netz (weltklasse Einerblocks in der Mitte und auch erfolgreiche Dreierblocks) brachten eine weitere leichte Führung (18-15). Phasen in denen Makkabi am Aufschlag war, blieben wackelige Angelegenheiten, aber wir hatten uns durchgebissen. Beim Stand von 22-22 schien das Ziel nah. Und was soll ich sagen? Eine letzte Einlage unseres Aufschlagkönnens machte am Ende den entscheidenden Unterschied (25-22).

Tja und dann? Der vierte Satz begann engagiert und erfolgreich. 4-1-Führung nach gutem Zusammenspiel und einfachen Aktionen! Und kurz darauf verfügten wir über einen noch größeren Vorsprung (6-2), auch weil kleinere Fehler durch das Team wett gemacht wurden. Leider gaben wir in der Folge den Vorsprung wieder her. Am Netz ging gar nichts mehr, die Annahme wurde wieder instabiler und das Selbstvertrauen schwand. Bälle, ob mit Kampf oder ohne, führten nur zu Punktzugewinn auf des Gegners Konto (9-12). Die Entschlossenheit, nicht zurückzustecken und weiter die Chancen zu suchen, blieb erhalten, aber das gegnerische Feld schien wie vernagelt. Es fehlte am Ende auch die Präzision in vielen Aktionen, sodass wir es uns selbst schwer machten (10-17). Eine Wende konnte nicht mehr eingeleitet werden. Zu weinig Ideen, zu wenig Mittel. Ratlos taumelten wir dem 14-25-Endstand entgegen. Ernüchterung.

 

„Tjaja,… Sie erstechen quasi den Erfolg und verbünden sich mit der Niederlage… Na sean S’, da hoam mer’s doch! Da haben wir doch die Sehnsucht, wie sie sich auch einst in Ödipus regte, der unwissentlich bekanntlich den Vater erstach und die Mutter zur Frau nahm.“

Schluck. Also, ich muss Ihnen sagen, das kann ich für mich wirklich ausschließen!“

„Sie haben den Vater nicht erstochen?“

„Na ganz bestimmt nicht!“

„Was macht Sie so sicher?“

„Er lebt ja noch.“

„Das ist natürlich furchtbar… paffpaff… Dann haben Sie doch sicher das Bedürfnis, die Mutter zu ehelichen!?“

„Nein, das habe ich nicht!!“

„Na dann muss ich eana sag’n, dann werden Sie Erfolge niemals einfahren können, jedenfalls nicht spielerisch.“

„Ahhm, ich m...möchte wirklich n…nicht widersprechen, Herr Freud, aber ich habe ja bereits kleine Erfolge, nicht wahr?“

„Ahh sooo?! Sie hoam Erfolge? Soso... aha, mhm… Erfolge... Wann haben Sie denn den letzten eingefahr’n?“

„Lassen Sie mich überlegen, Herr Freud! Den letzten großen? Hmm, also das muss im November gegen die Lausbuben gewesen sein. …aber kleinere gab’s ja auch gegen Makkabi!“

 

„Im letzten Satz zum Beispiel. Gut, unterm Strich war das auch nichts Zählbares, aber immerhin bewiesen wir Moral, hakten das Geschehene ab und erspielten uns eine gute Führung. Die Aufschläge waren die Basis, aber auch gelungene Blockaktionen und die Feldverteidigung mit Mann und Maus trugen dazu bei (4-0), bis, ja bis Makkabi wieder aufschlug… Es folgten fünf Ballwechsel ohne eigenen Punktgewinn. Es gab einfach nicht ausreichend Durchschlagskraft am Netz (4-5). Anschließend gelang zwar wieder wenig (5-12) und dennoch bäumten wir uns noch mal auf und erarbeiteten Punkt um Punkt. Ja, am Ende steht ein 10-15 im Protokoll, aber wäre der Satz auch bis 25 gegangen… immerhin konnten wir ja auch die Sätze eins und drei gewinnen…“

 

„Das hätten Sie mir doch sagen müssen! Da passt's mit'm Ödipus ja überhaupt nicht mehr zusammen! Ah, da dreh'n mer’s um… dreh'n mer's halt um: Wenn… wenn Sie Erfolge haben, dann haben Sie wahrscheinlich die Mutter erstochen und den Vater geheiratet.“

„Ich habe meinen Vater NICHT geheiratet!“

„Das ist ja entsetzlich! Sie machen mir meine ganze Analyse kaputt!!“

„Ich dachte, Sie könnten mir helfen...“

„Pff, naja, wenn Sie nicht mal die Mutter erstochen haben?“

„Braucht man das denn für eine Analyse?“

„Hmmm, besser wär’s schon. Wenn Sie wenigstens die Konkubine des Vaters wären.“

„Mein Vater hatte eine Frau!“

„Um Gottes Willen, da hätten Sie ihn ja niemals heiraten dürfen!“

„Ich habe ihn ja gar nicht geheiratet!“

„Deswegen fehlt eana ja auch der Erfolg.“

„Er fehlt mir ja gar nicht…“

„… aber Sie empören sich, dass die Gegner lachen.“

„Ja...“

„Na also, dann schauen wir mal, wen Sie stattdessen geheiratet und wen sie stattdessen erstochen haben... paffpaff... Ah! vielleicht, wenn mer mal das Bild weiterführen, haben Sie vielleicht den Vater der Niederlagen geheiratet und die Mutter des Erfolges erstochen und den Abstieg als Ersatzkind geboren.“

„Müssen Sie denn immer alles ins Geschlechtliche reinziehen?“

„Psychologie, gnä Rakete, das ist Psychologie! Sie können sich dem Erfolg nicht hingeben, weil Sie sich als Teil der Mängelwesen empfinden.“

„Ich muss doch sehr bitten, ich bin eine Rakete!“

„Mängelwesen, meine Güte! Haben Sie keine Ahnung von Psychologie? Män-gel-we-sen! Verstehen S’ das nicht? Män-gel-we-sen! ...also was ist denn das? Ihnen,... Ihnen fehlt… der Erfolg!“

„Das stimmt doch überhaupt nicht.“

„BITTE???“

„Ich meine,... ich meine, ich hatte irgendwann mal Erfolg.“

„Ja, ja, ich weiß..., das ist ja das, was Sie schwächt. Es ist zu lange her und es fehlt die emotionale Bindung.“

„Ich verstehe nicht?!“

„Wenn Sie, we..., wenn Sie Erfolg hätten, hätten Sie auch Angst davor, ihn zu verlieren, und würden daran wachsen.“

„...warum soll ich denn jetzt noch wachsen?“

„Psychologie! Wenn Sie den Erfolg verlieren könnten, weil Sie ihn hätten, hätten Sie auch Angst davor, ihn zu verlieren und würden an dieser Angst wachsen.“

„Ja, aaaaha! U…und wo krieg ich jetzt so ’ne Angst her?“

„Der mögliche Verlust des Erfolges droht ja von der Mutter der Niederlagen, weil Sie mit dem Vater des Erfolges kokettieren. Sie müssen also Ihre Begierde auf andere Objekte wie Gegner richten, damit Sie sich mit der Mutter verbünden können.

 

Pause. Nachdenken. Minuten der Verwirrtheit verstreichen.

 

„Ich dachte,… ich dachte, ich hätte sie umgebracht…?!“

 

Freud lächelt wissend und zündet sich beim Hinausbegleiten eine letzte Zigarre an.

 

„Eben, gnä’ Rakete, eben. So steht Ihrer Erfolgsserie in der kommenden Saison nichts mehr im Weg! …Küss’ die Hand.“

 

Die Fakten der letzten Sitzung: 25-16, 16-25, 25-22, 14-25, 10-15

Es spielten: Volker, Fabi, Thomas, Enno, Martin I, Martin II, Maik.

Rakete Nord – SV Liebertwolkwitz, 13.01.2016

 

Wofür es sich zu kämpfen lohnt

 

Der Volleyballer von Weltklasseformat steckt in einem Dilemma. Er soll strebsam und ehrgeizig sein, heißt es, und zugleich: gelassen sein dabei. Was denn nun? Leidenschaft oder Ruhe? Kämpfer sein oder Buddha? Warum beides zu einem Volleyballspiel gehört.

 

Die Raketen reisten gut gelaunt in leicht überdurchschnittlicher Mannschaftsstärke zum Ort des Geschehens, sodass es sogar möglich wurde, den Schiri zu stellen. Für die Fans am Rand sorgte diesmal der Gegner - die klassische Arbeitsteilung.

 

Die Raketen waren zufrieden und zuversichtlich. Noch. Bereits der erste Satz stellte die Raketen auf die Probe. Diese reagierten darin gegensätzlich. Anfangs wurden sie nachdenklich und zurückhaltend, später erwachten die Kämpfer.

 

Es begann temporeich mit einem nicht enden wollenden Spielzug und glücklicherem Ausgang für den Gegner (0-1). Bald darauf verloren die Raketen allerdings nicht nur den Überblick, sondern auch den Anschluss. Ein ums andere Mal zeigten sie beherzten Einsatz, kamen am Ende aber doch zu spät (4-8) und blieben unbelohnt. Unsicherheit legte sich über die Aktionen und Punkte kamen nur durch des Gegners Fehler aufs Konto der Raketen (6-14). Das Spiel plätscherte nun etwas vor sich hin, ohne dass sich die Situation wesentlich veränderte. Zu harmlos waren die Angriffsbemühungen der Raketen, gelungene Aktionen wurden entmutigend, teils glücklich vom Gegner entschärft (10-19). Dann erwachten aber die Kämpfer in den Raketen. Angeführt von verbesserten Aufschlägen brachte zunächst eine Serie wieder Zuversicht in die eigenen Fähigkeiten (14-19), anschließend eine weitere die Raketen wieder in eine Schlagdistanz, die alle Optionen bereithielt (19-21). Leider versperrten leichte Fehler in der Annahme am Ende den vollen Erfolg. Der erste Satz ging schließlich an den Gegner (20-25).

 

Eine große Mannschaft, eine Siegertruppe, das ist eine, die sich ins Gewimmel stürzt, um herauszufinden, wie der Sieg eingefahren werden kann und dafür kämpft und niemals etwas verloren gibt. Sie ändert für ihre Ziele notfalls die Wirklichkeit.

 

Es ergab sich eine 3-0-Führung im zweiten Satz - ein schnell und konzentriert herausgespielter Vorsprung. Es ergab sich aber auch der 3-3-Ausgleich, wegen der nur allzu gut bekannten Schwächen. Licht und Schatten. Die Raketen kämpften sich ins Spiel und blieben dicht am Gegner (4-5). Sie spielten abgezockter im Angriff, verbessert im Block und aufmerksamer in der Abwehr (7-7, 10-10). Phasen, in denen der Gegner die Initiative übernahm, wurden mit stoischer Konzentration und Gelassenheit ertragen, sodass es dem Gegner nicht gelang, sich weit genug abzusetzen (15-17, 19-21). Im entscheidenden Moment der Endphase des zweiten Satzes rissen die Raketen, eigentlich auch das erste Mal, das Spiel an sich und erzielten mit guten Aufschlägen und knackigen Blocks nicht nur den Ausgleich (22-22), sondern auch die Führung (24-22), die dann durch einen gegnerischen Block und gutes Auge der Raketen vergoldet werden konnte (25-23).

 

Über eines besteht weitestgehend Einigkeit: Sehnsucht und Leiden entstehen, wenn es eine Kluft gibt zwischen den Wünschen und der Wirklichkeit.

 

Im dritten Satz starteten die Raketen nochmals gut, auch dank der hervorragenden Aufschläge und guter Feldarbeit (4-0), und zeigten die gewohnten Schwächen in der Annahme, die die Raketen wieder hoffnungslos zurückwarfen (4-7). Nein, kein Déjà-vu-Erlebnis (siehe Satz zwei), auch wenn solche Erinnerungstäuschungen dem größten Kämpfer im Zustand der Erschöpfung schon mal unterlaufen. Spektakuläres gab es nicht mehr zu sehen. Altbewährtes brachte den Raketen die Punkte (9-14). Mit letztem Willen, mit Herz und Hand und Kopf gelang noch der Anschluss (14-16), aber in der Folge war der Gegner besser eingestellt und machte es den Raketen zu schwer, den Ball in ihrer Hälfte auf den Boden zu drücken (18-25).

 

Bloße Gelassenheit bewirkt nichts, blinder Eifer verpufft. Und trotzdem: Etwas wichtig nehmen heißt, dafür zu kämpfen, auch wenn es aussichtslos scheint.

 

Im letzten Satz konnten die Raketen leider nicht sofort an den Parforceritt des zweiten Satzes anknüpfen. Im Gegenteil. Es gelang wenig. Erst waren die Aufschläge des Gegners zu gut und es versprangen die Annahmen (1-4) und anschließend landeten die Angriffe im Aus oder im Netz (1-8). Wie auch immer, der Effekt war stets derselbe und die Raketen versuchten, gelassen zu bleiben oder wenigstens so zu wirken. Und es erwachte nochmals der Eifer. Die Annahmen wurden stabiler und eröffneten den Raketen Spielraum für eigene erfolgreiche Aktionen. Das einfache Spiel schien der Schlüssel zu sein: solide Annahme, brauchbares Zuspiel und wahlweise ein wuchtiger oder gezielter, in jedem Fall passgenauer Angriff (5-10). Die Konzentration blieb hoch, das eigene Feld wurde gut verteidigt und einiges an gegnerischen Angriffen sofort entschärft. Das führte dazu, dass der Abstand erst gehalten (10-15), später sogar weiter verkürzt werden konnte (14-15) bis hin zum Ausgleich (18-18). Ein Kraftakt, der Körner kostete. Es ging in eine enge Endphase, in der die Raketen nicht mehr viel zulegen konnten. Der Gegner hatte nun etwas mehr Fortune, erarbeitete sich den nötigen Zwei-Punkte-Vorsprung (20-22) und ließ sich diesen auch nicht mehr nehmen. Die Mühe aller Raketen verpuffte im Endstand von 24-26.

 

Die Schlüsselmomente im Volleyballerleben sind nicht jene, in denen das Spiel läuft und der Gegner wehrlos am Boden liegt, sondern jene, in denen man selbst im Schlamassel sitzt und verzweifelt nach einem Ausweg sucht. Wenn alles Grübeln nichts mehr hilft, sondern nur noch die Tat. Was kann Anstoß geben und Motivation sein zu einer solchen Tat? Vernunft allein ist nicht geeignet, sich aus dem Tal zu hieven, das Gefühl muss in dieselbe Richtung wirken: Verzweiflung am ausbleibenden Erfolg und Liebe zum Spiel. In diesem Sinn befinden sich die Raketen auf dem richtigen Weg. Es gibt noch etwas zu erreichen… und dafür lohnt es sich zu kämpfen.

 

Wofür es sich zu kämpfen lohnte: 20-25, 25-23, 18-25, 24-26

Es spielten: Capitano, Volker, Fabi, Thomas, Enno, Martin I, Martin II.

Gandhis Enkel  – Rakete Nord, 23.11.2015

 

Rutschpartie in Indien

 

Um es gleich vorwegzunehmen: Es wurde das erwartet schwere Spiel allerdings ohne erneut überraschendem Ausgang. Insgesamt fehlten den Raketen diesmal die Leichtigkeit und die Unbeschwertheit, die so oft schon halfen, manche aussichtslose Ansetzung für sich zu entscheiden und die auch hier unabdingbar gewesen wären.

 

Und trotzdem begann der erste Satz in der Eishalle Indiens, die neben eisigen Temperaturen auch durch eine ungesunde Rutschgefahr zu glänzen wusste, vielversprechend. Ein hoher Rückstand, den sich die Raketen ja gern mal einhandeln, konnte vermieden werden. Zwar gingen die ersten beiden Punkte des Spiels verloren, doch nicht völlig kampflos (0-2). In der Folge kamen die Raketen auch mit eigenen gelungenen Aktionen ins Spiel, sodass sich der Abstand nicht vergrößerte (2-4) und bald darauf sogar egalisiert werden konnte (5-5). Eine solide Abwehr und schöne Netzaktionen bildeten hierbei die Grundlage. Die ruhige Spielweise mit eingestreuten Defiziten setzte sich fort (6-7, 8-9). Da Ungenauigkeiten mannschaftlich geschlossen ausgebügelt werden konnten, blieben die Raketen im Spiel und den Enkeln Gandhis auf den Fersen. Ein wuchtiger Angriff brachte den erneuten Ausgleich (10-10). Nun wurden die Raketen zu nachlässig. In einem schleichenden Prozess misslang Annahme um Annahme, die jede für sich dem Gegner einfache und vor allem schnelle Punkte brachte (11-16). Erst eine Umstellung brachte die Raketen wieder in die richtige Loipe, aber der Rückstand ließ sich gegen besser spielende Enkel nicht mehr aufholen. Nachfolgend wechselte  das Aufschlagrecht nach unspektakulären Ballwechseln von einer Seite auf die andere, ohne die Ausgangslage qualitativ zu verändern (14-19). Gegen Satzende waren die Mittel der Raketen zu begrenzt, um die Lücken auf des Gegners Feld zu finden. Besser gelang dies den Enkeln, die den ersten Satz folgerichtig  doch noch deutlich gewinnen konnten (16-25).

 

Im zweiten Satz waren die Vorsätze neu justiert. Nach sehr gutem Beginn, bei dem der geschätzte Kenner dieses Rückschlagspiels gleich zu Beginn durch eine schöne Kombination überrascht wurde (1-0) und der gleich darauf sah, wie alle Raketen ihren Beitrag leisteten, um die Eisfläche sauber zu halten (2:1), nach ebendiesem Mut machenden Beginn wurden die Raketen eiskalt erwischt. Die Raketen fanden kaum Möglichkeiten gegen die übermächtigen Blocks und noch weniger gegen die wuchtigen Angriffe des Gegners. Zunehmend schlichen sich Unkonzentriertheiten in das Spiel der Raketen, die sich in Ungenauigkeiten zeigten, die sich wiederum summierten und es nahezu unmöglich machten, Spielzüge erfolgreich abzuschließen (6-14). Die Raketen schienen wie zu Eis erstarrt. Fehler, erzwungene und eigens fabrizierte, leichte und unglückliche, häuften sich, gute oder gar aufmunternde Spielzüge blieben Mangelware. Im Ergebnis blieben 10 ernüchternde Punkte in der A-Note (10-25), die B-Note war wohl nicht viel besser.

 

Auch im dritten Satz fehlten ein wenig Esprit und Zuversicht und aus dem erhofften heißen (Eis-)Tanz wurde nichts mehr, denn schnell stellten die Enkel Gandhis die Weichen auf Sieg und machten damit unmissverständlich deutlich, wohin die Reise geht (0-4). Die Raketen bewegten sich weiterhin auf dünnem Eis und schienen sowohl spielerisch als auch die Motivation betreffend auf dem Zahnfleisch zu gehen. Natürlich bedingt das eine das andere und die Tatsache, dass nur noch wenig gelingen wollte, trug nicht gerade dazu bei, dass die Raketen erkannten, wie die Wende noch zu schaffen wäre (1-8). Gegen Satzmitte ließ der Gegner überraschenderweise noch einmal zu, dass sein Vorsprung schmilzt (7-10), aber mehr, als dass der Spielgewinn auf Eis gelegt wurde, war damit nicht verbunden. Die Raketen mühten sich verzweifelt um jeden Punkt, wohingegen Gandhis Enkel scheinbar mühelos einfache Punkte verzeichnen konnten. Schließlich kam es zum Eingeständnis der Niederlage (14-25).

 

Aber auch diese Niederlage wird bald Schnee von gestern sein und immerhin – die Raketen gewinnen diesmal den Indira-Gandhi-Friedenspreis für eine weitestgehend friedliche Gegenwehr auf rutschigem Parkett.

 

Die eiskalten Fakten auf indisch: 16-25, 10-25, 14-25

Es spielten: Capitano, Volker, Wassi, Fabi, Thomas, Enno

Rakete Nord – TSV Lausbuben, 04.11.2015

 

Eine Erfolgsgeschichte in drei Streichen

 

Ach, was musste man oft lesen
von den Volleyball-Raketen!

Ja, das war ein schlimmes Ding,
Wie es den Raketen ging!

Freudlose Botschaft, schlechte Kunde,
Bis hierher zu dieser Stunde!

Drum was neulich sie getrieben,
sei nun freudvoll aufgeschrieben.

 

Erster Streich

 

Die Geschichte der berühmteren Namensvetter unseres heutigen Gegners endete deutlich dramatischer, als es den Lausbuben in der Heimstätte der Raketen erging. Der Boden war bereitet, das Netz überpünktlich gespannt, der Fanblock in Position. Die Raketen, die in voller Mannschaftsstärke antraten, hatten einen Plan. Dann kam Lehrer Lämpel mit seinen Lausbuben.

Der erste Streich begann besonnen, gleichwohl mit leichten Unkonzentriertheiten auf beiden Seiten. Spektakuläre Bälle fehlten zu Beginn, doch für die Raketen reichte es auch so zu einer leichten Führung (6-4), die allerdings nicht weiter ausgebaut werden konnte. Schwächen in der Abwehr brachten den Gegner mehrere leichte Punkte und hielten die Lausbuben in Schlagdistanz (8-8). Doch die Raketen stabilisierten sich. Gute Feldabwehr und sich daraus entwickelnde wuchtige Angriffe unterstrichen die heutige Zielsetzung. Der Lohn war eine erneute Führung (12-9), die in konzentrierter Manier zunächst weitere Spielzüge gehalten werden konnte (16-13). Später verloren die Raketen leider etwas den Faden und die Lausbuben ergriffen die Chance, mit schnellen und genauen Spielzügen den Ausgleich wieder herzustellen (17-17). Gerade im rechten Moment wurden die Raketen stabiler, sicherten sich zwei Punkte, die aus Fehlern der Lausbuben resultierten – dem Netz sei Dank – (19-17) und knappsten anschließend unter Wahrung des ausreichenden Zwei-Punkte-Vorsprungs dem Gegner Punkt für Punkt ab (21-19, 23-21). Sicher, die Endphase wirkte unsicher, wie verschlagene Aufgaben belegen, aber den Lausbuben ging es ähnlich und so endete der erste Streich mit einem Abstimmungsfehler auf Seiten der Lausbuben (25-23).

 

Die Raketen, unverdrossen,
Sinnen schon auf weit’re Possen,
Gleich ist man mit Freudigkeit
Dienstbeflissen und bereit.

 

Dieses war der erste Streich,
Doch der zweite folgt sogleich.

 

Zweiter Streich

 

Es folgte der zweite Streich der Raketen, den diese aber so behäbig angingen, dass die Witwe Bolte ihre wahre Freude gehabt hätte. Angriffe und Aufschläge des Gegners bekamen sie nicht zu fassen und konnten keine eigenen Spielzüge aufbauen. Die Konsequenz: Ein schneller Rückstand (0-3). Wenn das Spiel einen gelungenen Ausgang nehmen sollte, musste wieder etwas mehr Konzentration her. Eine leichte Korrektur in der Aufstellung sorgte dafür, dass der Rückstand egalisiert werden konnte (3-3). Im weiteren Verlauf des zweiten Streiches blieb es ausgeglichen (5-5). Dann drehten die Raketen auf. Eine gute Mannschaftsleistung erlaubte kleinere Fehler ohne Auswirkung zu korrigieren, aber auch aufmerksames Spiel und genauere Absprachen im Team brachten den ersten größeren Vorsprung (9-6). Weitere Stärken, wie präzise Aufgaben, die das gesamte gegnerische Feld vermaßen, hervorragende Blockarbeit und ruhige, aber effektive Spielzüge halfen, den Vorsprung zu vergrößern (12-8, 14-9). Die Raketen ließen nicht locker und gaben den Lausbuben kaum Zeit, durchzuschnaufen. Schließlich wurde der große Vorsprung komfortabel (17-10). Die Gegenwehr der Lausbuben war daraufhin, nach leichtem Aufbäumen, doch gebrochen und die Raketen schaukelten den zweiten Satz entspannt nach Hause (25-16).

 

Die Raketen dachten nun:
Was ist hier jetzt wohl zu tun?
Ganz geschwinde, eins, zwei, drei,
holten sie sich auch Satz zwei.

 

Dieses war der zweite Streich,
Doch der dritte folgt sogleich.

 

Dritter Streich

 

Der dritte Streich wollte anfänglich nicht recht gelingen. Schnell ergab sich, wie im zweiten Satz, ein leichter Rückstand  (1-3), der nun jedoch nicht so leicht aufgeholt werden konnte. Die Laufarbeit und die Angriffe der Lausbuben wurden besser und vor allem letztere stellten die Raketen doch das eine oder andere Mal vor schwierige Aufgaben (5-6). Das Spiel der Raketen wirkte etwas angestrengt und ließ  Unbeschwertheit vermissen, sodass die Lausbuben unverhofft doch noch zu neuem Selbstvertrauen kamen (6-9). Bis zur Satzmitte änderte sich das Bild nicht. Die Raketen versuchten viel, doch wenig half. Mit der wackligen Feldabwehr  konnten starke Angriffsspieler nicht in Szene gesetzt werden (12-16). Guter Rat war teuer, konnte aber eingeholt werden. Der Block half vorerst, keine weiteren Schwächen im hinteren Feld zu entblößen, und der Einsatz des Hinterfeldes erlaubte kontrolliertere und erfolgreichere Angriffsschläge. Die Rakete robbte sich noch einmal heran (16-18, 20-22). Gerade rechtzeitig kamen auch wieder präzise Aufgaben, die den Lausbuben alte Problemfelder nochmals vor Augen führten und den Ausgleich vor Satzende herstellten (23-23). Mit Willen und klugem Spiel am Netz gelang es den Raketen, die verbleibenden beiden Punkte zu verbuchen und den verdienten Lohn einzufahren (25-23).

 

Als der Ort vom Sieg erfuhr,
War von Trauer keine Spur.
Capitano, mild und weich,
Sprach: »Sieh da, ich dacht' es gleich!
«

Auch im ganzen Ort herum
Ging ein freudiges Gebrumm:
»Gott sei Dank! Nun ist's vorbei
Mit der Niederlagerei!
«

 

Die lausbübischen Fakten: 25-23, 25-16, 25-23

Es spielten: Capitano, Volker, Wassi, Martin I, Martin II, Thomas, Enno

Ein besonderer Dank geht an unseren Schiri Lutz!

 

Grünau Bulls– Rakete Nord, 05.10.2015

 

Ohne vier, Spiel fünf, Schneider sechs

 

Die Karten waren verteilt und wurden aufgenommen. Wir sagten kampfeslustig „18!“. Die gegnerische Partei mauert. Wir bemühen den Skat, doch mehr als eine Nickeluhr und ein altes Damenfahrrad hatte dieser nicht zu bieten. Gut, dann spielen wir eben „bunt Hand“ und versuchen „ohne vier“ (Grüße an das Lazarett an dieser Stelle!) das Beste herauszuholen.

 

Der erste Satz begann ausgewogen. Bei schnellen Ballwechseln tauschte das Aufschlagrecht ständig und kein Team konnte sich absetzen (2-2,4-4). Während die Raketen von Fehlern des Gegners am Netz profitierten, verloren sie zu viele Punkte durch präzise hinter den überlobten Block gelegte Bälle (5-8). Als die Lücken gestopft wurden, mussten die Bulls mehr leisten, um das Punktekonto zu füllen, sodass es bis zur Satzmitte beim eingehandelten Rückstand blieb (11-14). Von einem Volleyballspiel zu sprechen, wäre zu euphemistisch. Es war beileibe kein Abend für Künstler und es versprach auch keiner mehr zu werden. Die Mittel waren zu beschränkt auf beiden Seiten. Dennoch kämpften sich die Raketen durch nun besseres Stellungsspiel und überlegte Angriffe wieder zurück (16-16). Es war der Auftakt zu einem Wechselbad der Gefühle. Die Chance, dem Gegner den Zahn zu ziehen, wurde aber verpasst. Stattdessen gerieten die Raketen erneut in Rückstand (16-19), der abermals, nicht zuletzt durch gute Aufschläge, bereinigt werden konnte (20-20). Beim Stand von 24-24 machten die Raketen den entscheidenden Punkt zum Satzball. Der Jubel erstarb jedoch abrupt, weil unberechtigte Proteste der Heimmannschaft vom Schiedsgericht erhört wurden und der Punkt verwehrt blieb. In diesem Satz sollte auch kein weiterer hinzukommen (24-26). Kurz vor dem Lokus ging es in die Hose, wie die Skatspieler sagen.

 

Der zweite Satz begann entsprechend schleppend. Während der erste Satz auf (niedriger) Augenhöhe ausgetragen wurde, waren es nach dem unglücklichen Satzverlust nun die Bulls, die etwas erleichterter aufspielen konnten. Eine rasche Führung (0-3, 6-12) ließ sie mutiger werden. In dieser Phase sahen die Raketen kaum Stiche. Ärgerlich waren lange Ballwechsel, bei denen die Raketen in Bedrängnis den Ball gut im Spiel hielten, um ihn im entscheidenden Moment doch leichtfertig hinter das gegnerische Feld zu legen. Das war wenig aufbauend, sodass die Raketen schließlich die Bulls aus den Augen verloren (9-19). Das können die Raketen besser. In der Folge haben die Raketen nochmals alles versucht, den Anschluss herzustellen (14-19), doch mit dem Vorsprung im Rücken konnten die Bulls dem Satzende gelassen entgegen sehen (15-25). Die Raketen mussten ihr Blatt, das für ein Null zu gut, für ein eigenes Spiel jedoch zu wenig bot, auf den Tisch legen.

 

„Null!“, „Kontra!“, „Re!“ aber noch nicht „Null Bock!“. Es blieb die letzte Zuversicht, dass sich ein unerwarteter Trumpf auftut und hilft, das Blatt zu wenden. Folglich entschieden sich die Raketen für ein riskantes Herz-Hand-Ouvert – Leidenschaft und Tatkraft. Der dritte Satz begann entgegen aller Vorsätze, wie der zweite aufgehört hatte. Einfache Fehler in der Annahme ließen die Nerven flattern und füllten das Punktekonto der Bulls mit wenig eigenem Einsatz (2-8). Druckerprobt begann ein letztes Aufbäumen der Raketen. Mutige Aufschläge, gute Blockaktionen und etwas Fortune brachten die Raketen wieder heran (8-8). Das zeugte von (Über-)Lebenswillen. Unglücklicherweise konnte in der Folge nichts mehr nachgelegt werden. Die Hektik des Schiedsgerichtes übertrug sich leider auf das Spiel der Raketen und die Fehlerquote stieg erneut (14-19). Der benötigte Trumpf konnte schließlich nicht aus dem Ärmel gezogen werden, weil niemand vorher einen hineingesteckt hatte (Blöder Anfängerfehler!). Die Gegenwehr war gebrochen, die Luft raus und das Spiel verpuffte im Endstand 18-25.

 

Der Chronist schließt diesen aus aktuellem Anlass wiederholt von schlechter Nachricht kündenden Bericht mit der leisen Feststellung, dass nicht alles gut ist, aber noch Hoffnung auf die Zukunft besteht, denn er erspäht in der Asche noch Glut. Der Rest ist Schweigen.

 

Die gemachten Stiche: 24-26, 15-25, 18-25

Es spielten: Capitano, Volker, Fabi, Enno, Thomas, Lutz

 

Rakete ist wohl eher nicht eingeladen!

SV Makkabi – Rakete Nord, 21.09.2015

 

Venerunt, non viderunt, vicerunt

 

Es gibt Dinge im Leben, die schon von vornherein schwierig sind, weil sie nur geringe Aussichten auf Erfolg versprechen. Dazu gehören zum Beispiel das Reisen in der Zeit oder das Baden in der Arktis ... oder ein Sieg bei Makkabi. Während ersteres derzeit noch unmöglich ist und zweiteres durchaus verwirklicht werden könnte, erscheint letzteres noch am wahrscheinlichsten. Und dennoch, an diesem Abend waren die Grenzen klar abgesteckt.

 

Nachdem die die Spielstätte betreffenden Voraussetzungen vielerorts gelobt worden waren, ging es in den ersten Satz. Es war eine Premiere gegen diesen Gegner, aber zum Herantasten, ins Spiel finden oder gar Kennenlernen blieb keine Zeit. Makkabi legte los, als seien sie es nicht gewohnt, die sowieso schon knapp bemessene Hallenzeit voll auszunutzen. Schnell waren die Verhältnisse klar, bevor die Raketen erstmals zum Aufschlag kamen (0-7). Das heißt nicht, dass die Raketen allzu unsicher oder nervös gestartet wären. Viel eher schien der Gegner über ein hervorragend organisiertes und kraftvolles Spiel zu verfügen, das den Raketen zusetzte. Während der Ballwechsel konnten allerdings auch guter Einsatz und Kampfeslust nicht über vorhandene Schwächen, die Makkabi zu nutzen wusste, hinwegtäuschen (4-12). Der Satz blieb einseitig, und die erste Rotation der Raketen war noch nicht vollständig beendet, als es schon 6-16 stand. Die Überlegenheit des Gegners beeindruckte die Raketen freilich nicht sonderlich, sodass diese weiter Vieles probierten und mutig, wenngleich nicht immer erfolgreich, agierten. Als Höhepunkt des ersten Satzes sollte sich dann ein eigentlich unspektakulärer Ball des Gegners erweisen, der sich für das Schiedsgericht als erhebliche Hürde entpuppte: Ein einen gefühlten Meter neben dem Feld eingeschlagener Ball wurde gültig gegeben! Der berechtigterweise empörte Protest der Raketen wurde durch das Schiedsgericht nonverbal mit eindeutiger Geste auf die Begrenzungslinie abgeschmettert und der Gegner stimmte ein. Damit ist die Entscheidung über die Vergabe der heiß begehrten "Pfeife des Spieltages" wohl zugunsten dieses Schiedsrichter-Traum-Duos gefallen. Man möchte ernüchtert feststellen: „Schlimmer als blind sein, ist nicht sehen wollen.“ Nun ja, entscheidend war der Punkt nicht, wenngleich der verdiente Lohn versagt blieb. Der erste Satz endete im weiteren Verlauf unspektakulär (13-25). Die Raketen drückten ein Auge zu.

 

Im Folgesatz brachten gute Aufschläge und gute Blockarbeit die Raketen zunächst in Front. Der erarbeitete Vorsprung konnte jedoch nicht lange verteidigt werden (4-3, 5-6) und im weiteren Verlauf erlaubten die Raketen sich zu viele leichte, und wegen guter Rettungsaktionen zuvor ärgerliche Fehler, die es dem Gegner zu einfach machten (7-12, 9-15). Die Raketen gaben sich in der Folge keineswegs demotiviert und versuchten über eine geschlossene Mannschaftsleistung Defizite auszugleichen (12-18). Insgesamt behielt Makkabi einen besseren Überblick als das Schiedsgericht und für die Raketen blieb lediglich eine leichte Aufwärtstendenz zu verbuchen (14-25) und die Hoffnung, dass noch drei Gewinnsätze möglich waren.

 

Der dritte Satz begann ausgeglichen. Nach 2-2 und 5-5, ein Punktestand, den sich die Raketen durch ruhiges, überlegtes und solides Spiel erarbeitet hatten, setzte Makkabi nach und erreichte erstmals in diesem Satz einen Drei-Punkte-Vorsprung (6-9). Die Raketen ihrerseits blieben aber weiter bissig und beweglich, sodass sie am Ende nicht nur zum erneuten Ausgleich kamen (10-13, 14-14), sondern auch, begünstigt durch Aufgabenfehler auf Seiten Makkabis, die Führung übernahmen (18-15). In der Endphase hatte Makkabi allerdings mehr zu geben als die Raketen. Gutes Spiel wurde leider nicht belohnt (18-20, 22-25).

 

Ungeachtet der Niederlage haben sich die Raketen deutlich variabler und mutiger gezeigt als zuletzt, das macht Mut. Nun gilt es den Schwung in die nächsten Spiele mitzunehmen und die wichtigen Punkte einzufahren.

 

Es folgt die Werbung („Brille – Wir geben Ihrem Gesicht den passenden Rahmen“) und im Anschluss die Vergabe der Schiedsrichterpreise.

 

Die abgetrotzten Fakten: 13-25, 14-25, 22-25

Es spielten: Capitano, Fabi, Enno, Martin S., Martin M.,Volker

 

+++ Rakete beim Saisonabschlussturnier (12 Mannschaften)

von Matti, Lydia & Franzi +++

Ergebnisse hier und Bilder drunter:

1. Platz: Capitano & Conzi

2. Platz: Lydia & Ronny

4. Platz: Sina & Matti

7. Platz: Enno & Volker

VSG 2000 – Rakete Nord, 09.07.2015

 

Aufstieg und Fall der Rakete

 

Ein Bericht zum letzten Pokalspiel der Saison scheint überflüssig. Dem Chronisten fehlen die passenden Worte und dennoch muss festgehalten werden, was geschah. Am Ende stand eine Niederlage, auch weil die Fehlerquote einfach zu hoch war und das Zutrauen gefehlt hat. Nach dem großartigen letzten Spielgewinn in der eigenen Basisstation ist ein Sinkflug der Rakete zu beobachten. Nur diese Niederlage war hausgemacht und gerade deshalb schmerzhaft, unnötig und vor allem vermeidbar.

 

Die Raketen begannen in ungewohnter Formation zittrig gegen die Riesen der VSG. Die ersten Punkte fielen unspektakulär, brachten die Rakete aber sofort ins Hintertreffen (2-4). Dieser eingehandelte Rückstand wurde zunächst mühevoll verteidigt (4-6, 6-8), aber damit konnte die Rakete keine Sicherheit gewinnen. Die zunehmend ängstliche Spielweise in der Abwehr bewirkte, dass die Rakete kaum ins Spiel fand und den Gegner viel zu häufig einlud, schnelle Punkte zu erzielen (6-10). In der Konsequenz fiel auch die Arbeit am Netz schwer. Die durchaus vorhandenen guten Anspiele wurden jedoch zu selten wirkungsvoll verwertet, vielmehr leichtfertig vergeben, sodass der Rückstand nicht aufgeholt werden konnte (17-23). Ein Lichtblick am Ende des Satzes in Form guter Aufschläge, die den Gegner Schwächen in der Annahme aufzeigten und die Raketen sodann in die Lage versetzten, gelungene Aktionen in Punkte zu verwandeln, brachte die Raketen etwas näher heran, aber der erste Teilabschnitt war bereits zu weit vorangeschritten, um den Verlust des Satzes abzuwenden (21-25).

 

Die Raketen steckten nicht auf und versuchten, unbelastet in den Folgesatz zu gehen. Nach einer aufmerksamen Anfangsphase (2-0, 4-4) gelang es den Raketen, sich etwas zu stabilisieren. Die Ballwechsel wurden umkämpfter, weil die Raketen begannen, sich erfolgreich zu wehren. Es lief nicht alles rund, aber Abzuwehrendes wurde abgewehrt und Verwertbares wurde verwertet (9-6, 11-8). Der Gegner schien erstmals verunsichert. Die Raketen nutzten die Gelegenheit durch sichere Aufschläge sowie effektives Spiel. Der Vorsprung wächst auf ein komfortableres Maß (18-11). Um die Spannung schon herauszunehmen: Der Vorsprung konnte, wie so oft, nicht ins Ziel gerettet werden. Zwar hatte der Gegner starke Aktionen, bei denen einer der zahlreichen Riesen bei niedrig gespanntem Netz das Spielgerät ohne Abwehrchance in das Feld der Raketen rammte, dennoch müssen die Raketen sich ankreiden lassen, dass die eigene Fehlerquote wieder – eigentlich grundlos -sprunghaft stieg. Mit jeder Annahme, die misslang und jedem Angriff, der nicht beim Gegner landete, wuchsen Unsicherheit und Angst vorm nächsten Fehler (19-13, 22-16, 22-19). Nichts ging mehr. Die Raketen versuchten, das Unvermeidliche zu vermeiden, doch mit zittriger Hand war das ein sinnloses Unterfangen (23-25).

 

Es blieb keine Zeit, die verschenkte Chance zu betrauern. Der dritte Satz begann engagiert, aber es fehlte der nötige Rückenwind, um die Rakete in Fahrt zu bringen. Ungenügende Sicherheit, die aus dem Geschehenen resultierte, trug nicht zur Senkung der eigenen Fehlerquote bei. Gute Rallys am Netz leisteten einen Beitrag zu einem anständigen Start (5-7), allerdings konnten Punkte, die nicht direkt erzielt wurden, zu selten in der Feldabwehr gerettet werden. Insgesamt wirkte die Crew zu passiv. Statt nach guten Aktionen aktiv den Ball zu suchen, verließ sich der eine zunehmend auf den anderen, was selten ein taktisch kluges Konzept ist (6-10, 10-17). Anschließend ergab sich die Rakete in ihr Schicksal und machte es dem Gegner leicht. Krampf statt Kampf, Schleudersitz statt Spielwitz, Grabesstille statt Siegeswille (16-25).

Eine Niederlage zur rechten Zeit? Hoffentlich! Jetzt heißt es jedenfalls, die Triebwerke neu zu starten, sich auf Stärken zu besinnen, Schwächen abzubauen und mit aller Kraft das Ruder herumzureißen, um einen unsanften Aufprall zu vermeiden. Da kommt die Pause gerade richtig. Ach ja ... und die Goldene Regel des Volleyballs nicht in Frage stellen: Wer ist die beste Mannschaft im Ort? Richtig, und DAS bleibt auch so!

 

Die eingehandelten Fakten: 21-25, 23-25, 16-25

Es spielten: Capitano, Volker, Martin I, Thomas, Martin II, Enno, Maik

 

SV Liebertwolkwitz – Rakete Nord, 03.07.2015

 

Von Sternenkonstellationen und aufheizender Sonne

 

Der Mensch braucht Erklärungen. Erklärungen zu finden ist manchmal leicht, manchmal weniger leicht und manchmal auch unmöglich. Beispiel: Wie erklärt sich die Auswärtsschwäche der Rakete?

 

Eine Spurensuche. Naheliegend ist es, zunächst die Ursache auf dem Feld zu suchen. Schnell wird jedoch klar, dass ein wesentlicher Unterschied in Größe und Form im Vergleich zur Basisstation der Rakete nicht auszumachen ist, große Diskrepanzen im Spielergebnis somit nur bedingt erklärbar sind. Was schließen wir daraus? Richtig, die Gründe müssen weit höher, viel höher gesucht werden. Es drängt sich nahezu auf, mit der Rakete die Antwort auf die Frage nach der Auswärtsschwäche in himmlischer Entfernung zu suchen.

 

Und tatsächlich. Ein geübter Blick zeigt, im ersten Satz steht die von der Sonne aufgeheizte Venus beim Jupiter fast still. Eine verblüffende Parallele zum Stillstand der Rakete. Schnell liegt sie zurück und kommt nur schleppend ins Spiel (1-4). Ein Rückstand zwar, aber nicht unaufholbar. Die Raketen kämpfen sich zurück, als die Venus sich vom Jupiter löst und in Spannung zur Sonne gerät. Es ergibt sich ein Fenster von Klarsicht, das sich auf das Spiel der Raketen auswirkt. Sichereres Zusammenspiel, ohne allerdings wirklich zu glänzen, bringt die Raketen schnell wieder heran (7-7). Die Sonne-Venus-Linie ist im Allgemeinen eine stabile Verbindung, sodass die Rakete sich nicht richtig lösen kann. Der Satz bleibt ausgeglichen, keine Mannschaft kann sich mehr als einen Zähler absetzen (7-7, 14-14). Die Rakete spielt nur mit, kann nicht die Initiative ergreifen. In der Folge kehrt die Venus zum Jupiter zurück was sich erneut lähmend auf die Rakete auswirkt. Eine Aufschlagserie des Gegners bringt sie wieder in Rückstand, weil die Annahmen nicht gut genug sind, oder nicht gut verwertet werden (14-19). Für einen kurzen Moment baut sich abermals die Sonne-Venus-Linie auf (19-19, 21-21), bevor die Venus in Opposition zum Mars gerät, übrigens in ungünstigem Winkel zur Sonne, was zu Schwächen in der Konzentration führt. Das erklärt auch, dass die Rakete nach 21-24 und 22-25 den ersten Satz abgibt.

 

Unwissenheit ob der Konstellation der Sterne, glaubt die Rakete weiter an den Sieg, allein der Siegeswille scheint stärker von den Sternen beeinflusst. Der zweite Satz beginnt und die Stellung der Gestirne löst sich nur langsam auf. Unkonzentriertheiten im Angriff und mangelnder Einsatz bei der Abwehr lassen sich dadurch erklären und schlagen sich im Ergebnis nieder (1-4,3-8,8-13). Plötzlich, und auch von Experten nicht vorhergesehen, folgt ein Venus-Mars-Quadrat, das Kraft und Ausdauer verleiht. Die Rakete bekommt die zweite Luft. Kurze, erfolgreich abgeschlossene Ballwechsel, wichtige Blocks und gute Aufgaben geben Hoffnung, weil der Fünf-Punkte-Rückstand Stück für Stück aufgezehrt wird (10-14,12-14). Es folgt die Führung nach gutem Zusammenspiel (20-19). Wie auf dem Feld so ist auch im Himmel alles ständig in Bewegung. Neptun dringt in das Venus-Mars-Quadrat ein. Eine solche Konstellation führt zu hektischem Verhalten im Quadrat. Leider auch bei Raketen. Die Mühe war wieder umsonst. Die Raketen geben auch diesen Satz aufgrund vermeidbarer Fehler in Angriff und Abwehr 22-25 ab.

 

Als der dritte Satz beginnt, verlässt Neptun glücklicherweise das Quadrat. Die Venus kommt in ein Uranus-Trigon zur Sonne. Das erleichtert im Allgemeinen das Mobilisieren von Kräften. Die Raketen werden auch hiervon beeinflusst. Ein guter Start gelingt (2-0) und der Satz bleibt zunächst ausgeglichen (3-3,6-6). Das Trigon ist nur schwach aufgebaut, wird nicht stabilisiert und löst sich alsbald auf. Die Venus transitiert daraufhin Jupiter in den Krebsen. Das allein ist noch nicht dramatisch, jedoch verspannt die Venus gradgenau aufgrund der disharmonischen Mars-Saturn Bestrahlung und wird rückläufig. Nur so lässt sich erklären, dass die Raketen sich nicht mehr aufraffen können, eine Wende einzuleiten. Am Netz ist kaum noch ein Durchkommen und auch sonst ist wenig Erfolgreiches zu verbuchen (7-13) Der deutliche Rückstand tut sein Übriges. Es fehlen Mut und Esprit und auch das nötige Glück. Nach 9-16 und 15-25 ist das Endergebnis amtlich.

 

An den kosmischen Gesetzen sind schon ganz andere Größen gescheitert. Im Anhang findet der geneigte Leser weiterführendes Informationsmaterial zum Thema. Es bleibt die Hoffnung auf günstigere Sterne in naher Zukunft … oder auf ein Heimspiel.

 

Die kosmisch beeinflussten Fakten: 22-25, 22-25, 15-25

Es spielten: Felix, Wassi, Volker, Martin S, Fabi, Thomas, Martin M.

 

Rakete Nord – Gandhis Enkel, 17.06.2015

 

Gandhis Geist in unserer Halle

 

Ich möchte von einem Ereignis berichten, dass sich kürzlich in unseren heiligen Hallen zugetragen hat. Keine geringere Mannschaft als die Nachfahren eines der berühmtesten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts hatte sich angekündigt ... und wurde eigentlich gar nicht empfangen. Als die Raketen zu Hause eintrafen, um sich langsam auf die Aufgabe vorzubereiten, waren Gandhis Enkel – na ja, wohl nicht die echten - bereits auf dem Höhepunkt ihrer Einspielphase angekommen. Der ideale Zeitpunkt, um das Spielfeld, auf dem sich Hocherfreuliches zutragen sollte, zu präparieren.

 

"Zahlenmäßige Stärke ist der höchste Trumpf der Ängstlichen. Die Tapferen im Geiste rühmen sich, allein zu kämpfen." (Gandhi)

 

Nicht allein, aber immerhin zu sechst starteten die Raketen in den ersten Satz. Da nicht alle zehn(!) angereisten Enkel Gandhis physische Präsenz auf dem Spielfeld zeigen konnten, mussten, neben zwei Schiedsrichten am Spielfeldrand, denen im Nachhinein unser größter Dank gilt, auch zwei auf der Bank dem Geschehen passiv folgen.

Der erste Satz begann ausgeglichen. In einer anderen Sportart würde man wohl von einer Abtastphase sprechen. Die Führung wechselte in dieser Phase ständig, betrug aber nicht mehr als einen Punkt (2-3,4-4). Die Raketen sahen sich einem gut organisierten, ruhig spielenden und technisch versierten Kontrahenten gegenüber und hatten selbst Spielfreude, Spaß am Punktesammeln und die Kenntnis eigener Stärken in die Wagschale zu werfen (7-8, 11-11). Zur Mitte des ersten Satzes bauten Gandhis Enkel immer wieder eine wahre Blockwand am Netz auf und erstickten mit dieser, ihrer ganz eigenen Interpretation von Gandhis passivem Widerstand, eine Vielzahl der Angriffe der Raketen. Folgerichtig gerieten die Raketen zählbar in Rückstand (13-15,14-21). Es wurde viel probiert, doch Gandhis Enkel hatten auf alles eine passende Antwort. Den Raketen blieben noch gute Aktionen aus dem Hinterfeld, die die Enkel zu Fehlern zwangen, um den Endstand (17-25) herzustellen.

 

"Das Ziel weicht ständig vor uns zurück. Genugtuung liegt im Einsatz, nicht im Erreichen. Ganzer Einsatz ist ganzer Erfolg." (Gandhi)

 

Nicht zu bestreiten war, dass die Raketen im ersten Satz gut agierten, dennoch einige kleine Fehler vermeidbar gewesen wären. Noch mehr Aufmerksamkeit und Einsatz wurden für den zweiten Satz eingefordert, zumindest wollten es die Raketen den Enkeln Gandhis noch schwerer machen. Der Start in den zweiten Spielabschnitt verlief jedoch holprig. Mäßige Annahmen brachten sie zu schnell in Rückstand (2-5). Im Anschluss konnten die Raketen erstmals von einem sehr guten Aufschlag profitieren, robbten sich Punkt für Punkt heran und gingen sogar leicht in Führung (7-6). Das machte Mut, aber das Spiel nicht einfacher. Platzierte Angriffe der Enkel wurden aus von unserem Block kaum zu erreichenden Höhen in unserem Feld untergebracht. Abwehrbemühungen waren zu erkennen, trotzdem wechselte auch wegen des oft ausbleibenden Erfolgs erneut die Führung (8-11). Die Raketen verließen sich auf einfaches Spiel und hielten den Satzausgang weiter offen (12-12). Spätestens ab hier entwickelte sich ein spannendes Match (13-13,15-13,16-16,16-18). Das variablere und sicherere Spiel des Gegners gab am Ende den Ausschlag, den zweiten Satz zu gewinnen (19-25). Ein bravouröses Spiel und eine Steigerung gegenüber dem ersten Satz ließen aber auch die Raketen gut gelaunt zurück.

 

 

"Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für dieses Spiel." (frei nach Gandhi)

 

Der dritte Satz begann ebenso ungünstig, wie der zweite. Die Raketen nahmen sich durch ungenaue Annahmen und zu weite Angriffsbemühungen selbst aus dem Spiel und wiegten den Gegner in Sicherheit (1-5,4-11). Den Enkeln Gandhis wurde es zu leicht gemacht. Doch die Raketen kamen zurück. Auch hier waren Aufschlagserien der Ausgangspunkt. Die Enkel zeigten Unsicherheiten bei den platzierten Aufgaben und Punkt für Punkt wurden dem Konto der Raketen gutgeschrieben. Aufgaben, die zurückkamen, wurden von den Raketen konzentriert und schnörkellos verarbeitet (9-14, 15-18). Die Raketen glaubten an sich und schöpften Mut. Weitere glückliche Aktionen, wie die Abwehr mit allen Körperteilen in Verbindung mit entscheidenden Reflexen, hielten die Raketen nicht nur im Spiel (17-19), sondern brachten sogar eine weitere Führung (20-19). Es folgte ein Krimi auf Augenhöhe. Guten Aufschlägen der Raketen standen gute Angriffe der Enkel gegenüber. Gute Abwehraktionen der Enkel konnten mit erfolgreichen Blockaktionen der Raketen beantwortet werden. Unterm Strich standen auf dem Konto der Raketen neben 4 abgewehrten Spielbällen (23-24,24-25,25-26,26-27) auch ein eigener Satzball, der sofort im Feld der Enkel versenkt werden konnte (29-27).

 

“Ich suche nur die guten Qualitäten in Menschen. Da ich selber nicht fehlerlos bin, suche ich nicht die Fehler bei anderen.“ (Gandhi)

 

Gandhi ist als ein sehr praktischer Denker bekannt geworden, der immer auf der Suche nach praktikablen Lösungen für konkrete Probleme war. Unser praktisches Problem bestand weiterhin in den Enkeln dieses Denkers, die praktische Lösung mussten wir selber finden. Der Schlüssel war einmal mehr das Team. Vom Ausgang des letzten Satzes euphorisiert, gelang ein wesentlich besserer Start, als in den Sätzen zuvor (5-4,7-7). Das Spiel blieb ausgeglichen, verlangte aber von beiden Mannschaften alles ab. Zwar blieben die Enkel die bessere Mannschaft, aber in den entscheidenden Momenten konnten sich die Raketen auf ihre Stärken verlassen. Zunächst brachten Aufschläge einen Drei-Punkte-Vorsprung (14-11). Dass eine Führung, und sei sie noch so groß, nicht bedeutet, dass das Spiel erleichtert wird, ist vom geneigten Kenner bereits verinnerlicht worden. Die Enkel zogen nochmals das Tempo an und verlegten sich darauf, die oft zu großen Lücken auf dem Feld zu finden - und fanden sie (12-16). Die Raketen erkannten den Ernst der Lage und es gelang ihnen, die Fehler wieder zu minimieren. Die Angriffe wurden besser, Bälle am Netz wurden verbissen verteidigt - einzeln und in Zusammenarbeit - und wiederum gute Hereingaben brachten schließlich eine Führung zu Satzende (23-21), die zum Gewinn dieses Satzes ausgebaut werden konnte (25-21).

 

“Der Mensch wird großartig in dem Maße, wie er für das Wohlergehen seiner Mitmenschen agiert.” (Gandhi)

 

Es stand ein fünfter Entscheidungssatz an, an den am Anfang des Abends niemand zu glauben wagte. Die Raketen zeigten Zähne und ließen erkennen, dass sie unbedingt die Aufholjagd veredeln wollten. Es blieb in der bereits beschriebenen Art spannend, sodass es nicht wundert, dass es bei 7-8 zum Wechsel in die entscheidende Phase ging. Die Ballwechsel wurden kürzer und keines der Teams wollte den nächsten Fehler machen. Infolgedessen wurden viele Unsicherheiten auf beiden Seiten durch Teamarbeit wett gemacht. Das Aufschlagrecht wechselte ständig (11-12,13-13). Den krönenden Abschluss dieses aufregenden Matches bildeten eine Weltklasseaktion am Netz der Raketen, die durch die Enkel nicht abgewehrt werden konnte, und ein Fehler auf der eigenen Seite der Enkel, die von den Raketen nicht mehr pariert werden musste. Was  folgte, war Erleichterung, Ungläubigkeit und grenzenloser Jubel auf dem Feld der Raketen.

 

Die hart erkämpften Fakten: 17-25, 19-25, 29-27, 25-21, 15-13

Es spielten: Felix, Wassi, Volker, Martin S., Fabi, Maik

 

Beglaubigte Urkunde!

Sensation beim Azubi Turnier!

Rakete Nord scheitert erst im Finale gegen den Seriensieger der SG Bibabo und verfehlt damit nur knapp den ersten Beach Turnier Sieg seiner Vereinsgeschichte.

Die Fakten:

Spielbeginn: 9 Uhr bei strahlendem Sonnenschein, wir haben erst mal Pause, Feld 1 (ganz ungewohnt für uns, sonst gerne auf das Katzenklo ins Hinterland abgeschoben), 2 Sätze bis 21, Hallenregeln, Spieler: Felix und Volker (Rakete Nord), Constanze (ehemals Rakete Nord jetzt TSV Leipzig 76 e.V.) und Nadine (TSV Leipzig 76 e.V., irgendwann vielleicht Rakete Nord)

Erstes Spiel:

Guter Einstand ohne große Anlaufschwierigkeiten gegen starken Gegner endet nach Sätzen 1:1, eine sichere Annahme, variables Zuspiel, starke Blockaktionen, alles war dabei!

Zweites Spiel:

Gleich weiter ohne Pause in selbiger Besetzung, der Gegner schwächer, wir ums so stärker, es gewinnt Rakete Nord mit 2:0

Ein Spiel Pause.

3. Vorrundenspiel:

Wir werden verstärkt durch Anne (TSV Leipzig 76 e.V., irgendwann vielleicht Rakete Nord) damit Familie Jende/Vilser auch sich mal um die Kinder kümmern kann, Anne spielt durch, Constanze und Nadine jeweils einen Satz, was soll ich sagen es ging gegen Lydia (Rakete Nord) welche gut spielte, aber wir halt noch besser (2:0)!

Fazit der Vorrunde: 1x Unentschieden + 2x Sieg = Gruppenerster

Es flogte das Viertelfinale:

Es traf Verstärkung ein, Anita (TSV Leipzig 76 e.V., irgenwann vielleicht Rakete Nord) und ihr Freund Robert (Basketballer, irgenwann vielleicht ihr wisst schon). Der zu erwartende schwierige Gegner entpuppte sich als Lachnummer vom feinsten. Mit den Worten "jetzt nicht überheblich werden" mussten wir uns stark konzentrieren um nicht an Spannung zu verlieren, das Spiel endete deutlich mit 2:0! Es wurde fleißig gewechselt. 1. Satz: Felix, Volker, Nadine, Anne; 2. Satz: Felix, Robert, Anita, Constanze

Pause.

Halbfinale:

Das war heftig! Jetzt die Sätze bis 25! Die Sonne brannte weiter bei gefühlten 48° Celsius! Hier machte sich erstmals unser großer Kader vorteilhaft bemerkbar. In einem engen und hochklassigen Spiel verlieren wir nur äußerst knapp mit 25:23. Im zweiten Satz wechseln wir durch und gewinnen deutlich, so dass wir nach kleinen Punkten ins Finale einziehen!

3 Spiele Pause, die Sonnen brennt weiter.

Finale:

Was soll ich zum Gegner sagen: Wer Bibabo kennt, der weiß, Volleyball hat nichts mit Spaß zu tun. Zumindest nicht wenn's um was geht... Ganz anders bei uns! Wir starten zum Erstaunen vor gefühlt 600 begeisterten Zuschauern mit unseren 4 Frauen in der Startformation (Constanze, Nadine, Anne, Anita). Auf die Frage von einem Zuschauer warum wir die Frauen spielen lassen, sagte ich nur, weil wir's können! ;-) Bei Stand von 3:6 gegen uns folgte der Doppelwechsel, Felix und Volker kamen. Bis zum 16:16 konnten wir das Spiel offen halten, dann wurden uns unsere körperlichen Grenzen aufgezeigt. Der Zweite Satz wieder, in veränderter Formation, brachte leider nicht die erhoffte Wende. Er endete 21:16 gegen uns und damit belegt Rakete einen super 2. Platz mit freundlicher Unterstützung unseres Partnervermittlungsvereins TSV Leipzig 76 e.V. mit ihren sympathischen Spielerinnen.

Nächste Jahr gerne wieder!

Euer Capitano.

 

PS: Constanze wurde vom Veranstalter zur wertvollsten Spielerin gekürt. Und nein, es gab keine Heizungsventile! ;-)

TSV Lausbuben – Rakete Nord, 01.06.2015

 

The winner takes it all

 

„Guten Abend und vielen Dank für den warmen Empfang. Ich denke, wir können mit der Preisverleihung beginnen. Der Gewinner des Schiri-Preises für herausragende Leistung wird wie immer am Ende der Übertragung bekannt gegeben. Vielleicht gehören Sie ja heute zu den Glücklichen.

Lassen Sie mich gleich etwas Spannung aus der Sendung nehmen und mit dem Sieger des Spieltages beginnen. Hier sind die Nominierten: Rakete Nord und ... ähm ... TSV Lausbuben.“

Ein goldener, etwas überdimensionaler Umschlag wird dem Moderator gereicht und von diesem zerfetzt. Ein darin befindliches Blatt Papier wird ungeschickt herausgefummelt und mühsam entfaltet. Zur Überbrückung der Wartezeit wird Fahrstuhlmusik vom Band eingespielt.

„The winner is ... TSV Lausbuben.“

Tosender Beifall aus dem hinteren Teil des Publikums.

„… nun, das ist doch mal ein überraschender Auftakt. Mal sehen, wie die Jury diese Wahl begründet.“

Ein weiterer Zettel erblickt das Licht des Studios. Der Moderator macht Fortschritte im Entfalten.

 

„Die Jury schreibt: 'Der TSV Lausbuben sichert sich den Sieg, weil heute nicht die bessere Mannschaft gewinnt, aber, wie es immer der Fall ist, die mit den meisten Punkten.

 

Das fleißige Punktesammeln beginnt im ersten Satz. Die Lausbuben legen nach kurzem Abtasten (1-0,3-3) einen beherzten Start hin und erwischen die Rakete auf dem falschen Fuß. Eine unbequeme Mischung aus leichten Fehlern und Lethargie bei den Raketen bringen die Lausbuben auf eine Erfolgswelle (3-8). Im weiteren Spielverlauf machen die Lausbuben einen kompakteren Eindruck und wirken auch geschickter im Umgang mit dem Spielgerät. Die durchgeführten Angriffe der Lausbuben können vom Gegner nicht entschärft werden, weder am Netz noch im Hinterfeld. Folgerichtig können Sie den Vorsprung halten (9-14) und auch durch einige glückliche Aktionen am Netz ausbauen (9-23). Die Rakete wirkt müde und wenig siegeshungrig. Als der erste Satz verloren ist, blitzt das Potential der Rakete kurz auf: gnadenlose Aufschläge, wütende Angriffe. Sie können verkürzen (13-23), müssen sich aber letztlich geschlagen geben.

 

Den folgenden Spielabschnitt beginnt die Rakete unbeeindruckt und in leicht veränderter Formation. Ein gelungener Schachzug. Erneut ist die Anfangsphase ausgeglichen (2-2). Mit Hilfe einer starken Aufschlagserie können die Raketen nun Schwächen in der Feldabwehr der Lausbuben aufdecken. Das bringt einen Vorsprung (5-3), der auch wegen eines sicheren Zusammenspiels aller Mannschaftsteile ausgebaut wird (9-4). In dieser Phase macht sich Ungeduld und Ratlosigkeit in Reihen der Lausbuben breit. Das Aufschlagsrecht wechselt hin und her ohne dass die Lausbuben ihren Rückstand verkürzen können (12-7, 14-9). Das Bild des ersten Satzes mit veränderten Vorzeichen stellt sich ein. Die Raketen bleiben diesmal am Ball und können gelungene Aktionen zielstrebig zu einem Punkte einbringenden Abschluss bringen. Eine Mischung aus wuchtigen und gefühlvollen Angriffen lassen die Lausbuben den Spaß am Spiel verlieren und sichern schließlich den ungefährdeten Sieg im zweiten Satz (20-12, 25-15).

 

Mit Rückenwind und Selbstvertrauen geht es in den vierten Satz. Wieder bringt eine sichere Aufschlagserie schnelle Punkte, weil sie die Lausbuben sofort vor Probleme stellt (4-1). Diesmal wird der Vorsprung der Raketen allerdings schnell aufgeholt. Gute Aufgaben und ein stabilisierteres Spiel der Lausbuben machen den Raketen das Spiel in der Folge schwerer (6-6). In der Mittelphase des Satzes wird viel und erfolgreich auf beiden Seiten gekämpft. Die Ballwechsel werden länger. Keine Mannschaft kann sich Luft verschaffen (9-9). Schließlich bewirkt das einfache und schnörkellose Spiel der Raketen in Verbindung mit wichtigen Blockaktionen, dass sich die Raketen weit absetzen können (12-10, 16-12). Punkt für Punkt wird erkämpft, wobei die Rakete mit geschlossener Mannschaftsleistung glänzt. Leichte Fehler können dadurch kompensiert werden (18-14,21-15). Die Raketen sind die bessere Mannschaft ... und verspielen doch noch den Gewinn dieses Spielabschnittes. Die Lausbuben holen den Rückstand schnell und unspektakulär durch gute Aufgaben auf, die zwar von den Raketen mehr oder weniger gut pariert, aber nicht entscheidend im gegnerischen Feld versenkt werden (23-20,23-25). Da fehlte mal wieder die Cleverness der Raketen.

 

Im vierten Satz ein ähnliches Bild. Die Raketen machen über weite Strecken den besseren Eindruck. Auch hier starten die Raketen furios und gehen durch gute Angriffe und noch bessere Aufschläge zunächst in Führung (4-1), nur um dann selbst Schwächen zu offenbaren, die den Lausbuben den Ausgleich bringen (5-5). Das Spiel ist nun ausgeglichener. Bei den Lausbuben wirken die Angriffe nicht mehr dynamisch, bei den Raketen fehlt oft der entscheidende Punch. Das Spiel bleibt kipplig (10-12,12-12) und die Raketen selbstbewusst. Auf Seiten der Raketen werden die guten Aktionen am Netz häufiger und endlich auch zählbar (19-14). Ein Spielstand, der an den Satzgewinn glauben lässt, allerdings schon im dritten Satz nicht gereicht hat und leider auch im vierten Satz nicht reicht. Es gibt Dinge, die sich wiederholen. Wieder kommen die Lausbuben aus der Sicht der Raketen zu schnell und zu einfach heran. Sicherheit geht verloren und macht einem verkrampften und ängstlichen Spiel Platz (19-19). Die Gegenwehr ist gebrochen. Es folgen noch Aktionen in der Feldabwehr der Raketen, die so gut sind, dass sie selbst zu überrascht sind, um den Ball ins gegnerische Feld befördern zu können. Die Lausbuben gewinnen auch hier nach 22-23 mit 22-25. Das musste nicht sein.’“

 

Werbung. Im Anschluss werden die Zuschauer mit Musik einer schlechten ABBA-Revival-Band begrüßt, die Ähnlichkeit mitThe winner takes it allaufweist.

 

„Nun bleibt uns noch, die Kategorie-Preise des Spieltages zu vergeben.“

Eine Assistentin schwebt über die Bühne und rückt eine wenig moderne Lostrommel ins Blickfeld der Kamera.

„Wir beginnen mit dem heiß begehrten Preis in der Kategorie ... ‚Spieler des Tages’.“

Der Saal verdunkelt sich. Auf der Leinwand flimmern Szenen des Spiels. Man sieht Menschen jubeln. Einzelne Spieler sind kaum auszumachen, aber alle haben grüne Trikots, anschließend Fahrstuhlmusik, klackernde Kugeln.

„The winner is ... die Mannschaft der Rakete Nord. Na sowas?! Ähm ... herzlichen Glückwunsch.“

Der Moderator wirkt verwirrt, spielt aber seine Routine aus.

„Und nun zur Kategorie ‚Bester Scorer’. Die Nominierten sind: Felix ... Martin S. ... und Enno."

Die Bühne wird in schwarz getaucht. Die Nominierten zeigen sich von ihrer besten Seite und versenken Ball um Ball im gegnerischen Feld. Fahrstuhlmusik, klackernde Kugeln.

„The winner is ... Felix. Herzlichen Glückwunsch. Es folgt die Verleihung des Preises in der Kategorie ‚Beste Blockabwehr’.“

Wieder verdunkelt sich der Saal. Athletische Spieler hindern den Ball am Überqueren des Netzes. Für Eingeweihte sind Martin M., Felix und Volker auszumachen. Fahrstuhlmusik, klackernde Kugeln.

„The winner is ... Martin M. Herzlichen Glückwunsch. Wir kommen nun zur Verleihung des Preises in der Kategorie ... ähm ... ‚Beste Aufschlagserie’. Na davon gabs ja einige. Das wird spannend.“

Erneut richten sich alle Blicke auf die Leinwand. Bälle fliegen durch die Luft und schlagen im gegnerischen Feld ein oder lassen die Abwehrspieler blöd aussehen. Im Hintergrund stört ein  wild gestikulierenden Schiri. In Großaufnahme: Martin S., Enno, Thomas. Fahrstuhlmusik, klackernde Kugeln.

„The winner is ... Martin S. Herzlichen Glückwunsch.“

Der Moderator wischt sich die Haare aus dem Gesicht und blickt genervt dem Kameramann entgegen.

„Ähm ... die nächste Kategorie: ‚Feldabwehr’.“

Die Leinwand zeigt nun Martin S., Felix und Volker, die mit Leichtigkeit zum Teil ziellos kreuz und quer über den Hallenboden rutschen. Die Fahrstuhlmusik nimmt einen unerträglich hohen Ton an, der Moderator flucht leise. Klackernde Kugeln.

„The winner is ... Volker. Herzlichen Glückwunsch. Es folgt der Newcomer des Spiels.“

Es entsteht eine unangenehme Pause. Der Moderator blickt nervös zur Regie. Dann dimmt doch noch das Licht. Die Leinwand zeigt einen kurzen Zusammenschnitt verschiedener Szenen, die sich in die Kategorie Weltklasse einordnen lassen. Der Untertext macht die Namen Martin M., Enno und Lutz bekannt. Fahrstuhlmusik bleibt aus, klackernde Kugeln.

„The winner is ... Enno. Herzlichen Glückwunsch. Und nun zum hoch dotierten Fair-Play-Preis.“

Die Leinwand im unverdunkelten Saal zeigt freundliche Gesichter und herzliche Gesten von Thomas, Martin M. und Lutz. Fahrstuhlmusik setzt unversehens knackend ein und stoppt abrupt, während auch hier wieder Kugeln klackern.

„Herrgott! ...“ Der Moderator ringt um Fassung. „The winner is ... Thomas. Herzlichen Glückwunsch.“

Die Assistentin eilt über den Bildschirm. Der Moderator lächelt künstlich und schielt in Richtung Notausgang.

„… und der Gewinner des  Ehrenpreises für Lebensleistung in der Rakete geht an ...“

Die Fahrstuhlmusik setzt mit 60 Dezibel erneut ein.

„LUTZ!!!“

Der Moderator schmeißt sein Headset nach dem Kameramann, dieser fängt es auf, die Assistentin lächelt professionell die Situation weg und bringt ihm ein Glas Wasser. Unbekannte reparieren das Tonband der Fahrstuhlmusik. Der Moderator streitet im Hintergrund der Leinwand, die abschließend alle Gewinner auflistet, mit dem Regisseur. Die Liste verschwindet zu schnell, der Moderator taucht mit verstrubbelten Haaren wieder auf.

„So, und nun die ... Gewinnzahlen ... nein, ähm … die ... der Schiri-Preis ... für herausragende Leistung in der Spielleitung ... mit Hang zu lustigen Zahlenkombinationen ... geht an…“

husten

„... Moment, wo ist denn bloß…“

Stille, die Assistentin läuft über den Bildschirm um das Kuvert mit dem Gewinner zu reichen, fällt dabei über die Kabelrolle am Boden und reißt den Kameramann mit, die Kamera verzieht in Richtung der Studiodecke, Sendepause. Textzug mit Bitte um Entschuldigung der Tonstörung. Einsetzen von Fahrstuhlmusik in Endlosschleife.

 

Die wenig preisverdächtigen Fakten: 13-25, 25-15, 23-25, 22-25

Es spielten: Felix, Martin S., Volker, Enno, Thomas, Martin M., Lutz

Conneballer – Rakete Nord, 11.05.2015

 

David gegen Goliath

 

Es gibt eine Reihe von Sätzen, die einfach so in eine Zusammenfassung eingeflochten werden dürfen und keine weitergehende Erklärung verlangen. "Der Pokal hat seine eigenen Gesetze." ist so ein Satz. Jeder ist an dieser Stelle ausreichend informiert: Ein vermeintlicher Außenseiter fuhr einen unerwarteten, möglicherweise glücklichen, unterm Strich aber zu Buche stehenden Sieg ein und ein wesentlich besser eingeschätztes Team scheidet aus. Jede weitere Begründung ist überflüssig. Die Gesetze sind schuld. Glücklicherweise sind die dem Pokal so eigenen Gesetze diesmal nicht zur Anwendung gekommen.

 

Nicht selten beobachtet man auch, dass es kommt wie erwartet und der Favorit zwar strauchelt, aber nicht fällt. Unzählige Beispiele lassen sich finden, die belegen, dass renommierte Teams ihre Turniererfolge erst einfahren können, wenn zuvor auch ein kniffliges Spiel überstanden wurde. Legt man dieses Szenario zugrunde, hat die Rakete einen großen Schritt getan. Es geschah in den ersten drei Sätzen: 25-15, 22-25, 25-21. Beim Stand von 14-22 gingen im vierten Satz im wahrsten Sinn des Wortes die Lichter aus – Spielabbruch.

Als Fazit des Spiels bleibt zu erwähnen, dass sich die Rakete mit ihrem Notstromaggregat den Sieg in dieser ersten Pokalrunde sicherte. Wie ganz große Teams nahm sie die erste Hürde, indem Sie nur so hoch fliegt, wie sie muss. Damit spielte sie wieder einmal eine ihrer vielen Stärken lässig aus.

 

Die Crew begann neu formiert und voller Selbstvertrauen. Die Anfangsphase des ersten Satzes gestaltete sich ausgeglichen. Nach 2-2 und 3-3 folgte ein gut organisiertes Spiel, das im mittleren Satzabschnitt von aufmerksamer und unaufgeregter Abwehrarbeit sowie einem soliden Angriff lebte (8-5, 18-10). Die Conneballer stellten die Raketen vor lösbare Aufgaben. So wurden gute Aktionen des Gegners noch besser beantwortet (20-14). In der Folge kam es zum verdienten Satzgewinn (25-15). So weit – so erwartet.

 

Nach 0-2 zu Beginn des zweiten Satzes war immer noch keine Verunsicherung erkennbar. Eine Aufschlagserie genügte, um die Verhältnisse wieder herzustellen (7-2). Der Vorsprung führte zu kleineren Nachlässigkeiten, die jede für sich nicht dramatisch waren, aber die Conneballer auch wegen fragwürdiger Entscheidungen des Spielleiters immer näher heranbrachten. Der Vorsprung schmolz zusammen (10-9). Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, bei dem sich zunächst keine der Mannschaften einen zählbaren Vorsprung erspielen konnte (13-13, 16-16). Schließlich blieben die Angriffe der Rakete im Netz hängen und führten zu einem unnötigen Satzverlust (22-25).

 

Im folgenden Satz besann sich die Rakete wieder auf ihre Stärken und versuchte, an den ersten Satz anzuknüpfen. Obwohl die Unaufgeregtheit fehlte, stand die Rakete gut und erreichte durch einfaches und schnörkelloses Spiel mit zunehmender Spieldauer einen leichten Vorteil (3-3, 12-9). Die Bälle wurden umkämpfter, aber die Rakete blieb weiter ruhig. Sie konnte auf ihr gutes Blockspiel vertrauen, das half, in dieser Phase den Vorsprung zu verteidigen (16-14, 21-17). Die Conneballer hatten nichts zuzusetzen, sodass dieser Satz mit 25-21 an die Rakete geht.

 

Im vierten Satz kam es zum schließlich zum Bruch. Einfache Fehler auf Seiten der Rakete ließen die Conneballer leicht in Führung gehen (1-3). Anstatt in dieser Phase an die Strategie der siegreichen Sätze anzuknüpfen, wurden die Annahmen immer schlechter. Den sicheren Sieg vor Augen schien der Ball nicht zu kontrollieren. Nein, die Conneballer waren kein Furcht einflößendes Team, erspielten sich dennoch Punkt um Punkt (4-10). Gute Aktionen der Raketen wurden seltener. Die Rakete zeigte sich als zahnloser Tiger ohne Durchschlagskraft am Netz. Unglückliche Aktionen und technische Fehler halfen nicht, zur Sicherheit zurückzufinden. Das eigene Spiel wurde hektischer und zunehmend verkrampfter (7-14, 9-18). Eine heftige, fast 20 Minuten andauernde Turbulenz. Gegen Satzende konnte die Rakete wieder aktiver am Satz teilnehmen und sich Punkte erspielen (14-22). Der Rest ist bekannt. Jetzt heißt es durchatmen, Mund abputzen und unbeeindruckt weitermachen. So etwas passiert eben Spitzenmannschaften...

 

Die Fakten, die die Rakete in die nächste Umlaufbahn befördern: 25-15, 22-25, 25-21  (14-22)

Es spielten: Wassi, Martin, Fabi, Martin, Volker, Enno

 

Rakete Nord – Grünau Bulls, 14.05.2015

 

Aus dem Handbuch des Erfolges

 

Lektion 1: Gib alles, was du hast und achte auf gutes Timing

 

Eines ist so unumstößlich wie offensichtlich: Um am Ende eines Spiels zu triumphieren, müssen 3 Sätze gewonnen werden. Wer aber Erfolg anstrebt, also ein gesetztes Ziel erreichen möchte, sagen wir ein komplettes Spiel gewinnen, der kommt nicht umhin, bedingungslosen Einsatz zu zeigen. Das ist manchmal Hingabe und manchmal einfach harte Arbeit. Soviel zur Theorie, die praktische Umsetzung sieht folgendermaßen aus: Ein holpriger Start bringt schnell einen Drei-Punkte-Rückstand (1-4). Anschließend entwickelt sich ein Spiel auf Augenhöhe mit guten Aktionen. Der Rückstand kann in der Mittelphase nicht verkürzt werden (3-7, 11-14). Zum Ende des Satzes werden grundlegende Erkenntnisse aus Lektion 1 nicht berücksichtigt. Individuelle Fehler in Annahme und Aufschlag und Abstimmungsschwierigkeiten wirken sich direkt negativ aus und manifestieren sich im Zwischenstand (19-24). Zu spät wird wieder alles in die Wagschale geworfen, es wird zwar Punkt um Punkt aufgeholt, jedoch nur, um am Ende doch knapp geschlagen den Satz abzugeben (23-25). Es kommt eben auch auf das richtige Timing an.

 

Lektion 2:  Lerne aus Niederlagen und gib niemals auf

 

Die größten Persönlichkeiten sind gescheitert, und oft nicht nur einmal. Nutzt man die sich aus der Niederlage ergebende Möglichkeit, einen Neustart einzuleiten, indem an den nötigen Stellschrauben gedreht, das Positive mitgenommen wird und Schwachstellen beseitigt werden, kommt man dem Erfolg unweigerlich näher. In der Praxis zeigt sich die Umsetzung dieser Lektion sofort. Konzentrierter Aufschlag und gute Blockarbeit bringen eine solide Führung (4-0). Ein Rückfall in alte Muster sollte zwingend vermieden werden. In diesem Fall kann bereits Erreichtes schnell verloren gehen. Unglückliche Aktionen erhöhen die Unsicherheit im Spiel und erzwingen zunächst den Ausgleich (7-7) und später die Führung für den Kontrahenten. Aber es lohnt sich auch, Lektion 2 zu beherzigen und niemals aufzugeben. Im Speziellen bringt uns die eine oder andere Aufschlagserie wieder ins Spiel (15-12). Hier zeigt sich besonders eine Verbesserung zum ersten Satz. Wachsamkeit, Siegeswille und Kampfeskraft tragen dazu bei, dass der Vorsprung gehalten wird (18-15). Ein erster Teilerfolg ist der verdiente Lohn (25-21).

 

Lektion 3: Genieße Teilerfolge, aber ruhe dich nicht auf ihnen aus und steigere dich kontinuierlich

 

Der Grund, warum manche auf der Leiter des Erfolges nicht so recht vorankommen, ist darin zu suchen, dass sie glauben, sie stünden auf einer Rolltreppe. Es ist unbedingt notwendig, Teilerfolge zu würdigen und sich an ihnen zu erfreuen, schon um neue Kraft zu tanken, aber es muss immer vorwärts gehen. Denn schließlich kann Erfolg nicht nur kommen, sondern auch gehen. Werfen wir einen Blick in die Praxis. Die Lektionen 1 und 2 sind nunmehr vollständig verinnerlicht. Eine unspektakuläre aber hochkonzentrierte Anfangsphase bringt uns erneut in eine hervorragende Ausgangsposition (5-0). Viele Ballwechsel sind umkämpft und zunehmend profitieren wir von unserer herausragenden Fitness (12-4). Kürzere Ballwechsel enden oft dank unseres Blocks oder wegen des touchierten Blocks des Kontrahenten (17-5). Die Lockerheit im Spiel, Aufmerksamkeit und sichere Aufgaben lassen keine Zweifel zu: Der zweite Teilerfolg wird verbucht (24-9, 25-11).

 

Lektion 4:  Lass dich nicht vom Erfolg benebeln und sei zur richtigen Zeit am richtigen Ort

 

Beispiele dafür, dass auch Teilerfolge das Erreichen des großen Ziels noch nicht automatisch sichern, gibt es zuhauf und müssen an dieser Stelle nicht zitiert werden. Um Teilerfolge zu vergolden, darf man Lektion 1 niemals vernachlässigen. In der Praxis sollte man darüber hinaus dem Kontrahenten das Gefühl geben, dass es nichts mehr zu erreichen gibt. Was heißt das praktisch? Zu Beginn des vierten Satzes bleibt es bis zum 3-3 völlig ausgeglichen. Anschließend wird eine knappe Führung erarbeitet (5-3), die durch Berücksichtigung der Lektion 1 ausgebaut wird (8-5). Es entwickelt sich in der Folge kein spektakuläres, aber ein Punkte bringendes Spiel. Die Fähigkeit, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, und schonungsloser Einsatz in der Abwehrarbeit bewirken, dass gegnerische Bemühungen wenig Zählbares liefern (19-10). Dieses Spiel wird weiter verfolgt, sodass die gegnerische Mannschaft schließlich unter wuchtigen Angriffen kapituliert und sich in ihr Schicksal ergibt (25-15). Der Erfolg ist eingefahren.

Wie man mit Erfolgen leben lernt, wird beim nächsten Mal bekannt gegeben.

 

Die Erfolg versprechenden Fakten: 23-25, 25-21, 25-11, 25-15

Es spielten: Felix, Wassi, Martin (groß), Volker, Thomas, Martin (größer)

 

Abschlusstabelle der Staffel 6 Spielklasse B der Volleyball Hobbyliga Leipzig

+++ Eng, Enger, Rakete. Sowohl nach oben als auch nach unten wäre einiges möglich gewesen.

So spielen wir nächstes Jahr in der Klasse B Staffel 5 ;-) +++

Leider mussten die zahlreichen Besucher draußen bleiben!

L.E. Spätstarter – Rakete Nord, 21.01.2015

 

 

Negativrekord mit Happy End

 

Am Ende des Tages stand fest: Das Schwierigste war bereits die Anfahrt zu dem Ort, an dem sich Sensationelles abspielen sollte. Das Erreichen der Spielstätte stellte sich als Herausforderung dar, da ein 4500 Mann starker Polizeitrupp die Sporthalle weiträumig abriegelte. Eine Maßnahme, die sich als erfolgreich herausstellte, denn diesmal kam es nicht zu Fanausschreitungen. Der Wermutstropfen der Aktion : Die Rakete musste das Spiel gegen den bereits einen Spieltag vor Saisonende feststehenden Staffelsieger ohne Fantross absolvieren. Eine Zuschauerzahl von nicht weniger als Null und eine auch sonst absolut geisterhafte Atmosphäre in der Halle stellen einen Negativrekord in der Rakete-Historie dar.

 

Die Raketen trotzten all diesen Widrigkeiten spielerisch und mit hoher Professionalität. Das Spiel gegen die Spätstarter begann sofort furios, wenn auch mit geringem Erfolg. Bereits bei den ersten Punkten zeigten die Raketen vollen Einsatz und erzwangen längere Ballwechsel, die nichts Zählbares einbrachten (0-4). Von Entmutigung war jedoch nichts zu sehen. Unbeirrt und weiter bissig konnte der Rückstand aufgeholt werden (4-4). In der Folge nutzte der Tabellenführer durch klare Aktionen seinerseits Ungenauigkeiten im Spiel der Raketen aus und setzte sich ab. Dabei profitierte er von einer kollektiven Fehlangabenserie, die es abzustellen galt. (7-12). Die Rakete wankte, stabilisierte sich allerdings schnell und zog das Tempo an. Punkt um Punkt gelang es, den Abstand wieder zu verkürzen (19-21). Schnörkelloses Spiel und höchste Aufmerksamkeit in allen Mannschaftsteilen erlaubten schließlich den Kurs in Richtung Überholspur einzuschlagen (25-24). Diese Führung wurde bravourös verteidigt und entscheidend ausgebaut (27-25).

 

Der Elan des ersten Satzes wurde in den zweiten Spielabschnitt genommen und half, eine leichte Führung zu erspielen (5-2), die bis zur Satzmitte gehalten werden konnte (10-8). Erst unglückliche Angriffsversuche und leichte, aber in der Konsequenz fatale Annahmefehler nahmen den Schwung, brachten die Raketen ins Hintertreffen (17-20) und kosteten schließlich den zweiten Satz (21-25).

 

Der zweite Satz war zwar verloren, das Spiel insgesamt blieb dennoch ausgeglichen. Auch im dritten Satz wurde auf Augenhöhe aufgeschlagen. Die Raketen blieben hier zwar größtenteils im Windschatten der Spätstarter (4-7, 12-15), kämpften sich jedoch immer wieder heran und konnten zwischenzeitlich den Gleichstand herstellen (8-8, 17-17). Zu mehr reichte es in diesem Satz nicht. Die Rakete mühte sich. Auch dieser Satz musste - wenn auch hauchdünn - abgegeben werden (23-25).

 

Ausgeglichen gestaltete sich auch der vierte Satz bis zuletzt. Gute Aktionen auf beiden Seiten des Netzes erlaubten es keinem der Kontrahenten, sich entscheidend abzusetzen (6-6, 12-12, 17-17, 21-22). Das Spiel stand auf der Kippe. El Capitano erkannte die Situation und bewirkte mit einer gezielten, motivierenden Ansprache, dass die niedrige Fehlerzahl noch weiter reduziert werden konnte und die Raketen über sich hinauswuchsen. Den Ausschlag zum Gewinn des vierten Satzes (25-23) gaben letztlich eine Serie platzierter Aufgaben (Thomas) und eine herausragende Blockarbeit (Christoph) in Kombination mit einer konzentrierten Abwehrarbeit (Volker, Felix) und nie gesehenen durchschlagskräftigen Kombinationen im Angriff (Martin, Wassi).

 

Es kam zum Tie-Break und die Rakete zündete ihre letzten Reserven. Das Spiel mit Esprit, Kampfbereitschaft und außergewöhnliche Reflexe erlaubten eine komfortable Führung (7-1), die nicht mehr hergeschenkt wurde (9-2, 15-7).

 

Teamgeist, unbedingter Wille sowie couragiertes Spielen bildeten die Grundlagen für einen gelungenen und überraschenden Saisonabschluss. Nach Spielende konnten auch die Sicherheitsbeamten wieder abziehen. Wir danken den friedlichen Fans, die zu Hause bleiben mussten.

 

+++ Eilmeldung: Zum Saisonauftakt freier Eintritt bei der Rakete +++

 

Die sensationellen Fakten: 27-25, 21-25, 23-25, 25-23, 15-7

Es spielten: Motivationsguru Felix, Angriffsschreck Wassi, Blockmonster Christoph, Allroundgenie Martin, Abwehrass Volker, Ruhepol Thomas

 

Bilder vom Spiel:

Rakete Nord – TSV Wahren, 07.01.2014

 

 

Zwischen Weihnachtsgans und Trainingsauftakt

 

Der Volleyballhimmel, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2015. Dies ist das erste Abenteuer des Jahres der Rakete Nord, die mit seiner 10 Mann starken Besatzung knapp zwei Stunden unterwegs war, um sich mit dem TSV Wahren zu messen und heiß ersehnte Punkte einzufahren.

 

Doch schnell wurde klar: Die Rakete zündet nicht richtig und stößt deshalb noch nicht in neue Galaxien vor. Während der ersten Mission zeigte die Besatzung, dass die fehlende Trainingszeit deutliche Annahmeschwächen zu Tage förderte. Der anfängliche leichte Rückstand konnte bis zum ersten Sauerstoff-Zwischenstopp nicht mehr aufgeholt werden, sodass der TSV Wahren den Sieg mit einem Fünf-Punkte-Vorsprung davontrug (20-25).

 

Rückschlagerprobt hat sich die Crew nicht entmutigen lassen. Verbesserte Feinjustierung im Gefüge und ein Wechsel im Angriff brachte deutlichen Schwung im zweiten Satz, der sich in einer schnellen Führung manifestierte. Gute Blockarbeit des gesamten(!) Teams und eine steigende Fehlerquote beim Gegner führten zum weiteren Ausbau des Vorsprungs, zu guter Mannschaftsstimmung und schließlich zum gelungenen Abschluss der zweiten Mission (25-20). Das Spiel konnte von vorn beginnen.

 

Unverändert machte sich die Rakete-Besatzung zur nächsten Mission auf, doch von Lockerheit oder gewonnenem Selbstvertrauen war nichts zu sehen. Heftige Turbulenzen und eine unfassbare Schwerkraft bewirkten zahlreiche Einschläge auf dem Rakete-Territorium, die schnell zu einem heftigen Rückstand (0-7) führten. Anschließend konnte die Rakete nur unter starker Anstrengung auf Kurs gebracht werden. Vor allem gute Aufschläge in der Anschlussphase brachten den TSV wieder auf das Radar der Rakete (6-9), die jedoch nie dauerhaften Vorschub bekam. So geriet der TSV immer wieder außer Sichtweite. Gegenwehr kam zu spät und zu zaghaft und wurde zudem von unglücklichen Aktionen abgelöst, sodass der alte Abstand bereits vor Missionsende wieder hergestellt war (14-21) und die dritte Mission als gescheitert ins Logbuch eingetragen werden musste (16-25).

 

Die vierte Mission brachte leider keine nennenswerten Veränderungen im Verlauf. Der stotternde Motor brachte zwar eine unkomfortable Führung (1-0), die allerdings nicht verteidigt werden konnte. Vereinzelten guten Abwehraktionen standen verheerende Annahmeprobleme entgegen, klare Aktionen brachte Punkte, waren aber die Seltenheit, druckvolle Aufgaben fehlten - kurz die Rakete war antriebslos und steuerte einem deutlichen Rückstand entgegen (6-14), der das Abenteuer mit einem 15-25 beendete.

 

Zwischen Weihnachtsgans und Trainingsauftakt schwebte die Rakete im Nirgendwo. Mund abputzen, Wunden versorgen, Rakete wieder fit machen und neu angreifen.

 

Und nun zum Rätsel des Monats: Wer ist und bleibt die beste Mannschaft vor Ort? Die Auflösung gibt es wie gewohnt in vierzehn Tagen!

 

Die nüchternen Fakten: 20-25, 25-20, 16-25, 15-25

Es spielten Capitano, Christoph, Wassi, Volker, Fabi, Enno, Frank.